Die Refraktärphase der Erregungsfortpflanzung im normalen und digalenvergifteten Herzmuskel

XI. Mitteilung zu den Untersuchungen über die Grundeigenschaften des Herzmuskels
  • F. Schellong
Article

Zusammenfassung

Es läßt sich für den normalen Herzmuskel nachweisen, für den digalenvergifteten wahrscheinlich machen, daß die Erholungskurven der Erregungsfortpflanzung mit den früher ermittelten Erholungskurven der Erregbarkeit identisch sind. Bei rhythmischer Reizung entspricht das Verhalten der Erregungsfortpflanzung dem Verhalten der Erregbarkeit im Reizmement (s. X. Mitteilung, Abschnitt I, 3c).

Die Erregungsfortpflanzung bei rhythmischer Reizung verläuft demnach folgendermaßen:

Imunvergifteten Herzmuskel ist nur die zweite Fortpflanzungszeit verlängert (wenn sie in die relative Refraktärphase fällt), die dritte und die folgenden sind wieder normal.

NachDigalenvergiftung zeigen sich als „Grundformen“ folgende Typen der „Leitungsstörung“:

Typus A.: bis zum Systolenausfall zunehmende Verzögerung der Erregungsfortpflanzung (Typus I A,Wenckebachsche Periode);

Typus B.: nach dem dritten Reiz ist die Erregungsfortpflanzung etwas besser als nach dem zweiten (Typus I B).

Der Typus I A läßt sich durch Beschleunigung der Reizfrequenz in den Typus I B umwandeln.

Kompliziertere Formen der Störung der Erregungsfortpflanzung lassen sich gewöhnlich auf die beiden Grundtypen zurückführen.

Eine „übernormale Phase“ der Erregungsfortpflanzung habe ich nicht nachweisen können. Das Absinken der Erregbarkeit und Fortpflanzungsgeschwindigkeit während einer längeren Reizpause und ihr Wiederansteigen nach einigen Reizen muß von der übernormalen Phase getrennt werden.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1931

Authors and Affiliations

  • F. Schellong
    • 1
  1. 1.Aus der Medizinischen Klinik KielGermany

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