Holz als Roh- und Werkstoff

, Volume 10, Issue 6, pp 244–249 | Cite as

Über den Aufschluß von Fichtenholz mit Laugen erhöhten Reduktionspotentials

  • Georg Jayme
  • Günther Wörner
Article

Zusammenfassung

Erhöht man das Reduktionspotential alkalischer Aufschlußlaugen durch Zugabe von Natriumhypodisulfit, so gelangt man beim Aufschluß von Fichtenholz innerhalb gewisser Grenzen von Konzentration und Menge sowohl der Alkalien als auch des Reduktionsmittels zu einer Reihe überraschender, günstiger Effekte. In dieser Arbeit wurde die Frage geprüft, ob sich die Anwesenheit von Natrium-hypodisulfit auch in sogenannten Sulfatlaugen, die neben Natriumhydroxyd noch Natriumsulfid und Natriumkarbonat enthalten, in ähnlicher Weise auswirkt. Sie konnte in jeder Beziehung bejaht werden. Folgende Effekte, deren Ausmaß von der Menge des zugegebenen Na2S2O4 bestimmt wird, werden beobachtet:

Schonenderer Aufschluß, der zu einer Erhöhung der Ausbeute an Polysaccharidsubstanz führt, wobei gleichzeitig auch das Restlignin wenn auch nur wenig, ansteigt; höherer Polymerisationsgrad der Cellulose; eine durch diese zwei Faktoren bewirkte Festigkeitssteigerung; eine erhebliche Aufhellung des ungebleichten Stoffes und der Ablauge, die nicht mehr als „Schwarzlauge” bezeichnet zu werden braucht; die hierdurch gegebene Möglichkeit der Wiederverwendung eines größeren Anteils von Ablauge; ein ebenfalls „aufgehelttes” Restlignin im Zellstoff, das wesentlich leichter als „Sulfatlignin” durch Chlorierung und Oxydationsmittel entfernt werden kann; die sich daraus ergebende Möglichkeit, die ungebleichten Stoffe mit weniger Bleichstufen und unter Verzicht auf hochaktive, schonende Bleichmittel wie Chlordioxyd in gebleichte Zellstoffe hohen Weißgehaltes überzuführen; dies wiederum hat zur Folge, daß während der Bleiche an Stelle des in der Technik üblichen Abfalls eine Erhöhung der Festigkeitseigenschaften erwartet werden kann, wie sie aus theoretischen Gründen eintreten sollte; kurz, der Aufschluß mit Laugen hohen Reduktionspotentials eröffnet einen neuen Weg zur Lösung des etwa 70 Jahre alten Problems der schwierigen Bleichbarkeit der Sulfatzellstoffe unter gleichzeitiger Erhöhung von Ausbeute und Festikeit.

Theoretische Erklärungen über die Auswirkung des alkalischen Aufschlusses mit Laugen hohen Reduktions-potentials auf die Hauptkomponenten der Holzsubstanz werden gegeben; auch die damit in Zusammenhang stehende Durchführbarkeit eines neuen Verfahrens zur Gewinnung von Zellstoffen maximaler Festigkeit wird erörtert.

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Schrifttum

  1. 2.
    Jayme, G., u. G. Wörner, Das Papier, Bd.6 (1952), S. 80.Google Scholar
  2. 1.
    Jayme, G., Papierfabrikant, Bd 40 (1942), S. 137, 145.Google Scholar
  3. 2.
    Hinsichtlich der experimentellen Einzelheiten bei der Bleiche sei auf die unter zitierte Arbeit verwiesen.Google Scholar
  4. 1.
    Weitere Veröffentlichungen über dasselbe Thema sind im Druck oder folgen; untersucht wurden noch Anwendung anderer Reduktionsmittel, Aufschluß von Laubhölzern, Herstellung von chemisch weiter verarbeitbaren Zellstoffen verschiedenen Reinheitsgrades, Vorhydrolyse-Hypodisulfitverfahren, Einfluß von Chemikalienmenge und-konzentration, Druck, Temperatur und Dauer, Anwendung saurer Aufschlußlösungen erhöhten Reduktionspotentials, technische Durchführbarkeit u. a. m.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1952

Authors and Affiliations

  • Georg Jayme
  • Günther Wörner

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