Das mikroskopische Gefügebild des Lignostone
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Zusammenfassung
Der Werkstoff „Lignostone” stellt ein durch starken Druck senkrecht zur Faserrichtung etwa auf die Hälfte seines Ausgangsvolums verdichtetes Holz (meist Buchenholz) dar. Das makroskopische Gefügebild, vor allem der Verlauf der Jahrringe und der Markstrahlen, läßt bereits erkennen, ob die Zusammenpressung mehr in radialer oder tangentialer Richtung erfolgt ist und deutet gleichzeitig auch bereits Stellen des geringsten Widerstandes innerhalb des Holzes an.
Durch eingehende mikroskopische Untersuchung wurden zunächst die morphologischen Veränderungen an den einzelnen Zellteilen durch die Druckwirkung festgestellt. Gewebezerreissungen finden dabei nur in sehr seltenen Fällen statt und erreichen stets nur mikroskopisch feststellbare Ausmaße. Die Zellverformungen sowie die Lageveränderungen der einzelnen Zellen und auch größerer Gewebe sind weitgehend umkehrbar, da Lignostone durch längeres Kochen in Wasser wieder annähernd auf das Volum des Ausgangholzes gebracht werden kann. Die Lageveränderungen der Zellteile erfolgen nur durch Verlagerung nach den Orten des geringsten Widerstandes hin, ohne daß es dabei zu Zelltrennungen oder zu einem „Aneinandervorbeigleiten” der Fasern, wie dies Frey-Wyssling annimmt, kommt.
Die nach längerem Kochen verbleibenden Zeliverformungen, ihre Verstärkung beim neuerlichen Eintrocknen und die starke Flächenausdchnung bzw. Abnahme von Lignostonequerschnitten bei Übertragung in Wasser bzw, bei Wiederaustrocknung sprechen sehr dafür, daß viele Zellteile durch den Druck nicht bloß elastisch verformt wurden, sondern nicht umkehrbare Veränderungen ihres feineren Gefüges erlitten haben.
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Schrifttum
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