Arbeiten über die Physiologie und Pathologie des Dünndarms
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Zusammenfassung
In abgeklemmten, mit Paprikaaufschwemmung oder Crotonöl gefüllten Dünndarmabschnitten des Hundes wurden die morphologischen Veränderungen der Darmzotten untersucht. In Zeitabständen von 1 Minute, später in 2-Minuten-Intervallen wurden Darmstücke zur Untersuchung entnommen. Es konnte hierdurch der Ablauf der ersten Entzündungs-erscheinungen ziemlich gut erfaßt werden. Konzentrierte Paprikaauf-schwemmung erzeugt eine mächtige Capillarhyperämie in der oberen Zottenhälfte. Mit der Hyperämie geht in den betreffenden Abschnitten eine starke Vermehrung der Gewebsflüssigkeit einher, wodurch die Zotten am oberen Ende anschwellen und eine keulenartige Gestalt annehmen. Auffallend ist die starke Erweiterung der zentralen Chylusgefäße in den hyperämischen Teilen der Zotten, während sie an blutleeren Stellen in der Regel zusammengeklappt sind und daher nicht hervortreten. Die Ausdehnung des Chylusgefäßes dürfte passiv durch Aufspannung der Zotte infolge der hyperämischen Erweiterung des Capillargerüstes zustande kommen. Nach 7 Minuten langer Einwirkung der Paprika hat die Blutfüllung in den Zottenkuppen den höchsten Grad erreicht. Zu dieser Zeit findet man auch eine venöse Stauung im oberflächlichen Venennetz. An Stellen intensivster Reizeinwirkung entstehen oberflächliche Flüssig-keitsbläschen, die das Epithel vom Zottenstroma abheben. Sie treten schon nach 5 Minuten auf, wachsen in beiläufig weiteren 6 Minuten zu ballon-artigen Blasen herab, die schließlich gegen das Darmlumen hin platzen. Über den Blasen wird das hohe Epithel zu einem ganz niedrigen Plattenepithel abgeflacht. In der Bläschenflüssigkeit sind oft zellige Elemente enthalten. Das Crotonöl ruft ähnliche Erscheinungen hervor, die aber noch frühzeitiger auftreten und rascher ihren Höhepunkt erreichen.
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