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Naturwissenschaften

, Volume 5, Issue 12, pp 177–186 | Cite as

Raum und Zeit in der'gegenwärtigen Physik

Zur Einführung in das Verständnis der allgemeinen Relatìvitätstheorie
  • Moritz Schlick
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Literatur

  1. 1).
    Raum und Zeit sind nur in der Abstraktion von den physischen Dingen und Vorgängen trennbar.Wirklich ist nur die Vereinigung, die Einheit von Raum, Zeit und Dingen; jedes für sich ist eine Abstraktion. Und bei einer Abstraktion muß man sich immer fragen, ob sie auch naturwissenschaftlichen Sinn hat, d. h. ob das durch die Abstraktion Getrennte auch tatsächlich voneinander unabhängig ist.Google Scholar
  2. 1).
    Einstein fügt hinzu, die Newtonsche Mechanik leiste z. B. in bezug auf den Fall des rotierenden sich abplattenden Körpers der Forderung der Kausalität nur scheinbar Genüge (Ann. d. Physik,49, 771 ff.) undE. Froundlich (Die Grundlagen der Einsteinschen Gravitationstheorie, S. 30) meint gleichfalls, erst das neue Weltbild verleihe dem Kausalprinzip „wirklich die Bedeutung eines für die Erfahrungswelt gültigen Gesetzes”. Diese Formulierung erscheint mir aber nicht ganz einwandfrei. Man braucht die Newtonsche Lehre wohl nicht so aufzufassen, als erkläre sie den Galileischen Raum, der ja freilich keine beobachtbare Sache ist, für dieUrsache der Zentrifugalkräfte, sondern man kann die Redeweise vom absoluten Raum wohl auch als eine Umschreibung der bloßen Tatsache des Daseins dieser Kräfte betrachten; sie wären dann eben ein schlechthin Gegebenes, und die Frage, aus welchem Grunde sie bei dem einen Körper auftreten, bei dem anderen fehlen, würde auf derselben Stufe stehen wie die Frage, aus welchem Grunde sich an dem einen Ort der Welt ein Körper befinde, am andern nicht. Die absolute Rotation braucht nicht als die Ursache der Abplattung bezeichnet zu werden, sondern man kann sagen: jene ist eben durch diese definiert. Ich glaube also, daßNewtons Dynamik hinsichtlich des Kausalprinzips ganz in Ordnung ist; gegen den Einwand, sie führe bloß fingierte Ursachen ein, könnte sie sich wohl verteidigen, wenn auchNewtons eigene Ausdrucksweise nicht korrekt war.Google Scholar
  3. 1).
    Sie werden in der speziellen Relativitätstheorie durch die Komponenten eines vierdimensionalen „Tensors”, des Impuls-Energie-Tensors, dargestellt.Google Scholar
  4. 1).
    Es braucht kaum besonders hervorgehoben zu werden, daß hier von Raum und Zeit allein in dem objektiven Sinne die Rede ist, in dem diese Begriffe in der Naturwissenschaft auftreten: das subjective psychologische Erlebnis räumlicher und zeitlicher Ausdehnung ist etwas gänzlich davon Verschiedenes.Google Scholar

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1917

Authors and Affiliations

  • Moritz Schlick
    • 1
  1. 1.Rostock

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