Psychologische Forschung

, Volume 12, Issue 1, pp 180–259

Über induzierte Bewegung

Ein Beitrag zur Theorie optisch wahrgenommener Bewegung
  • Karl Duncker
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References

  1. 1.
    Als solche sind bestimmte Form und Größe der Objekte, bzw. der Abstände zwischen den Objekten vorausgesetzt. Denn z. B. gilt für zwei nebeneinander befindliche Objekte: ΔR (phän) ∞ ΔR (obj), d. h. die phänomenale Abstandsänderung wächst bei konstanter objektiver Abstandsänderung mit abnehmendem Abstand. Näheres über solche Faktoren vgl. beiBrown, a. a. O.; vgl. ferner in der vorliegenden Arbeit z. B. Kap. II, § 5.Google Scholar
  2. 2.
    Vorausgesetzt, daß auch im Phänomenalen eine Abstandsänderung vorliegt, vgl. Kap. IV, § 5.Google Scholar
  3. 1.
    Sie enthalten unsere Antwort auf die vonHamann gestellte Frage: “Was ist das Plus, das bei dem Körper im Gegensatz zum Hintergrund hinzukommt, wenn wir ihn allein als bewegt benennen?”Google Scholar
  4. 2.
    Vgl. Kap. V, § 2 (S. 241 f).Google Scholar
  5. 1.
    Wozu, wie wir fanden, die Objekte gar nicht etwa in jeder Hinsicht gleich sein müssen, sondern sich sehr wohl der Größe und Maße nach voneinander unterscheiden können.Google Scholar
  6. 1.
    In diesem Zusammenhange möchten wir noch auf Versuche vonW. Ehrenstein (Z. Psychol.96) hinweisen: Läßt man einen fixierten Punkt (etwa eine Bleistiftspitze) längs eines (z. B. horizontalen) Winkelschenkels auf den Scheitelpunkt zugleiten, “so scheint sich nicht nur der andere Schenkel nach innen zu bewegen und demgemäß der Winkel zu schrumpfen, sondern der horizontale Schenkel scheint sich auch an der Schrumpfung zu beteiligen bzw. sich zu heben.” Das Umgekehrte geschieht bei Entfernung vom Scheitelpunkt längs eines Schenkels. —Ehrenstein führt nun eine ganze Reihe optischer Täuschungen (z. B. die Zöllnersche) auf derartigen “simultanen Bewegungskontrast” zurück. Hier entsteht das für uns interessante Problem, ob und in welchem Ausmaß statisch-räumliche “Abstandsänderungen”, wie sie z. B. in einem simultan gegebenen Winkel vorliegen, ähnliche Verteilungsgesetze befolgen wie wirkliche (dynamische) Abstandsänderungen.Google Scholar
  7. 2.
    Durch dasselbe Zueinander ist natürlich auch der phänomenale Bewegungszustand vonc bedingt.Google Scholar
  8. 1.
    Sämtliche Abbildungen des vorliegenden Kapitels sind schematisch-abstrakt zu verstehen.Google Scholar
  9. 2.
    Wie es z. B. in Kap. I, § 4, beschrieben wurde.Google Scholar
  10. 3.
    Die BezichungA (phän)+B (phän)=ΔR (phän) ist nun nicht mehr notwendig erfüllt, z. B. ist sie nicht erfüllt, wenna undb relativ zuc in derselben Richtung (mit verschiedenen Geschwindigkeiten) bewegt sind.Google Scholar
  11. 4.
    Abgesehen natürlich von der — hier übrigens ziemlich unwesentlichen —Ausschaltung subjekt-relativer Bewegungswerte, die bei normaler Bewegungs-wahrnehmung natürlich nicht besteht.Google Scholar
  12. 5.
    Man sicht: der Terminus “objektiv” bezeichnet nur einen Spezialfall von “objekt-relativ”, nämlich für den Fall, daß die Erdoberfläche als Bezugs-system zugrundegelegt wird.Google Scholar
  13. 6.
    ab-bedingter Bewegungszustand vona=Bewegungszustand vona, der sich aus dem Zueinander vona undb ergibt.Google Scholar
  14. 1.
    Vgl. die Zimmerumgebung in Kap. I.Google Scholar
  15. 2.
    Im Gegensatz zu 1b.Google Scholar
  16. 1.
    Daß die Endlage vona trotzdem gegenüber seiner Anfangslage etwas nach links verschoben erscheint, beruht auf der veränderten Lage des Rechtecksb relativ zuc und der hierdurch — nach Art einer bekannten optischen Täuschung —bewirkten Verlagerung des Hauptgewichts des Feldes (vgl. Abb. 29). — Der Punkt im Rechteck, der an und für sich beide Male relativ zu dem Punkt außerhalb des Rechtecks gleich gelegen ist, liegt als Teil des Rechtecks das eine Mal „in linker, das andere Mal in rechter Gegend” des Feldes.Google Scholar
  17. 2.
    M. a. W. die zwischeni undI bestehende „Abstandsparadoxie” — vgl. Kap. I, § 9, und Kap. II, § 2 — löst sich bei Einbeziehung sämtlicher Abstandsbeziehungen des Sehfeldes in eine „Abstandsadäquatheit” höherer Ordnung auf, d. h. die im Sehfeld vorhandenen Abstandsbeziehungen werden durch die phänomenalen Bewegungszustände der Objekte adäquat hergestellt.Google Scholar
  18. 1.
    Erst wenn man absichtlicha in ausschließlichen Phänomenalkontakt mitc bringt, d. h.a aus seiner natürlichen Lokalisiertheit zub herausreißt, verschwindet die Spaltung und Pfeil 3 ist alles, was mita phänomenal vor sich geht.Google Scholar
  19. 1.
    Experimentell gingen wir umgekehrt vor, d. h. wir untersuchten zuerst und hauptsächlich den Einfluß des Subjekts auf die Bewegungen zweier abstandändernder Objekte. Später fanden wir dann, daß die dabei festgestellten Gesetzmäßigkeiten im wesentlichen identisch gelten für die Rolle eines 3. Objekts.Google Scholar
  20. 2.
    Vgl. Kap. II.Google Scholar
  21. 3.
    Vgl. Kap. IV § 3.Google Scholar
  22. 4.
    Vgl. Kap. II § 9 und Kap. III § 11.Google Scholar
  23. 5.
    Bei normalem Gesichtsfeld lokalisiert sich das Subjekt typisch zu seiner Objektumgebung. Darum fühlt sich bei einer Abstandsänderung zwischen dem Subjekt und dem ausgefüllten Gesichtsfeld im allgemeinen das Subjekt bewegt. Dies letztere scheint hier eine wesentlich optische Angelegenheit. Denn Muskelempfindungen, die einer translatorischen Bewegung des Subjekts entsprechen, können in vollkommener Weise dasein, ohne daß es zu phänomenaler Translationsbewegung des Subjekts kommt: Geht oder radelt man auf freier Landstraße und sind die Bedingungen so, daß (für Augenblicke) weder irdische noch himmlische Objekte (außer etwa dem Mond) sichtbar sind, so besteht so lange keine phänomenale Translationsbewegung des eignen Körpers, noch des Mondes. Und übrigens sind bei induzierter Subjektbewegung bewußte Muskelempfindungen oft nicht vorhanden.Google Scholar
  24. 6.
    Vgl. Kap. IV § 7.Google Scholar
  25. 1.
    Vgl. Kap. IV § 64 und § 8, S. 238.Google Scholar
  26. 2.
    Im Gegensatz zu 1b, wob primäres Bezugssystem auch vons war.Google Scholar
  27. 3.
    Vgl. Kap. IV § 8.Google Scholar
  28. 4.
    Vgl. Kap. I §§ 4 und 7.Google Scholar
  29. 5.
    Vgl. Kap. I § 6, Kap. III § 7.Google Scholar
  30. 6.
    Vgl. Kap. IV § 8.Google Scholar
  31. 7.
    Vgl. Kap. IV § 4.Google Scholar
  32. 8.
    Vgl. Kap. V.Google Scholar
  33. 9.
    Vgl. Kap. V § 2, S. 241 f.Google Scholar
  34. 1.
    Vgl. Einleitung, § 3.Google Scholar
  35. 2.
    Diese Ausdrucksweise fußt keineswegs auf einer Theorie stückhafter Zuordnung zwischen Reiz und Empfindung. Punkt und Rechteck können sich psychophysisch noch so sehr gegenseitig beeinflussen, ohne daß es darum inadäquat wäre, von «Punktkorrelat» und «Rechteckkorrelat» zu sprechen.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1929

Authors and Affiliations

  • Karl Duncker
    • 1
  1. 1.Psychologischen Institut der Universität BerlinBerlinDeutschland

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