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Weitere Grippestudien anläßlich einer neuen Epidemie von Influenza vera in der Universitäts-Kinderklinik Halle im Winter 1928/29

Zusammenfassung

  1. 1.

    Es wird hingewiesen auf einen teilweisen Widerspruch, der sich aus den Untersuchungen einerseits vonFinkelstein und Mitarbeitern, andererseits vonHirsch undMoro über die pyrogenen Faktoren beim Molkenzuckerfieber des jungen Säuglings ergibt. Es handelt sich um die Bewertung des albuminfreien Molkenrestes. Während nachFinkelstein für die Entstehung des Molkenzuckerfiebers in gleichem Ma²e Zucker, Eiweiβ und albuminfreier Molkenrest verantwortlich sind, spielt nachHirsch undMoro der eiweiβfreie Molkenrest hierfür keine Rolle. Eine Aufklärung dieses Widerspruchs ist bedeutungsvoll für die allgemeine Theorie des alimentären Fiebers.

  2. 2.

    Die chemische Untersuchung der albuminfreien Molke nachFinkelstein ergab konstant einen Gehalt von etwa 0,45% Albumosen, einschlieβlich eines kleinen Teils peptonähnlicher Körper, während die eiweiβfreie Molke vonHirsch undMoro, die nach einem anderen Verfahren arbeiteten, keinerlei solche höheren Eiweiβspaltprodukte enthält.

  3. 3.

    Daβ dieser Albumosengehalt derFinkelsteinschen albuminfreien Molke tatsächlich für den Ausfall des Versuchs, für das Auftreten alimentären Fiebers bei der vonFinkelstein benutzten Fütterungstechnik entscheidend ist, wird durch entsprechende Fütterungsversuche nachgewiesen. In engem Anschluβ an die VersucheFinkelsteins über die pyrogene Wirkung des albuminfreien Molkenrestes konnte folgendes gezeigt werden: Setzt man zu der vonFinkelstein als nicht pyrogene Kontrollnahrung benutzten Milchzuckerplasmonnahrung (14 1/2% Milchzucker +3 1/2% Plasmon in Wasser) eine der natürlichen albuminfreien Molke entsprechende Menge von 0,45% Albumosen hinzu, so erhält man ebenso alimentäres Fieber, wie bei Verfütterung derFinkelsteinschen, mit albuminfreier Molke bereiteten Versuchsnahrung. Für eine pyrogene Wirkung der Molkensalze finden sich keine Anhaltspunkte.

  4. 4.

    Das Molkenzuckerfieber ist demnach auf die pyrogene Wirkung von Zucker + Eiweiβ, bzw. höheren Eiweiβspaltprodukten zurückzuführen. Den Albumosen und ähnlichen Eiweiβabbauprodukten scheint hierbei besondere Bedeutung zuzukommen.

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Literaturverzeichnis

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  4. 3

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Barth, E., Hahn, M. Weitere Grippestudien anläßlich einer neuen Epidemie von Influenza vera in der Universitäts-Kinderklinik Halle im Winter 1928/29. Z. Kinder-Heilk. 48, 366–370 (1929). https://doi.org/10.1007/BF02251594

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