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Das Problem der toxischen Diphtherie

III. Mitteilung. Untersuchungen zur Frage der konstitutionellen Einflüsse auf den Charakter der Diphtheriebacillen

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Zusammenfassung

  1. 1.

    Im Anschluß an Untersuchungen vonKoschate wurde versucht, experimentelle Anhaltspunkte für die Ansicht zu finden, daß bei der toxischen Diphtherie die Disposition ausschlaggebend ist für den malignen Verlauf der Erkrankung.

  2. 2.

    Es wurden Diphtheriebacillen aus Rachenabstrichen von 6 Patienten mit gewöhnlicher Diphtherie bezüglich schwerer und toxischer Diphtherie reingezüchtet und auf Nährböden gebracht, die statt Hammelserum solches von gesunden Menschen bzw. von Patienten mit leichter und toxischer Diphtherie enthielten.

  3. 3.

    Die Kulturen wuchsen auf sämtlichen menschliches Serum enthaltenden Nährböden besser als auf Tierserum. Morphologische Unterschiede in der Form der Diphtheriebacillen wurden nicht gefunden. Die Toxinbildung schien hauptsächlich abhängig vom verwendeten Stamm zu sein und weniger vom verwendeten Serum. Jedoch war auffallend, daß die Passage der Diphtheriestämme über Menschenserum eines Diphtheriekranken bzw. eines Bacillenträgers die Toxinbildung etwas einschränkte.

  4. 4.

    Unsere Untersuchungen können die AngabenKoschates nicht in vollem Umfang bestätigen, doch lassen sie immerhin erkennen, daß Fragestellung und Methodik fruchtbar sind und bei weiterer Bearbeitung die Zusammenhänge zwischen toxischer Diphtherie und Konstitution vielleicht doch erfaßt werden können.

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Literaturverzeichnis

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Grüncberg, F. Das Problem der toxischen Diphtherie. Z. Kinder-Heilk. 52, 423–430 (1932). https://doi.org/10.1007/BF02250689

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