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Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten

, Volume 116, Issue 5, pp 421–432 | Cite as

Über oligodynamische Trinkwasserbereitung mittels verschiedener Katadynverfahren

  • H. Gutschmidt
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Aus den Versuchen ergibt sich, daß die oligodynamische Wirkung des Silbers in der Form des Katadynverfahrens, wie auch von anderer Seite mitgeteilt worden ist, für die Trinkwasserdesinfektion verwertbar ist.

     
  2. 2.

    In Vorversuchen wurde zunächst festgestellt, daß das B. coli ein brauchbarer Indicator für die bactericide Wirkung ist. Da sich aber herausgestellt hat, daß die Resistenz verschiedener Colistämme gegenüber der ol. Wirkung verschieden ist, muß man sich — nötigenfalls durch vergleichende Untersuchungen mit mehreren Stämmen — darüber Klarheit verschaffen, ob der benutzte Stamm für Baktericidieversuche geeignet ist.

     
  3. 3.

    AlsRegelfall wird angenommen, daß das zu bearbeitende Wasser klar, also frei von gröberen Verunreinigungen ist. Für diesen Fall sind alle drei von uns untersuchten Geräte (Flasche, Filter und Elektrodurchlaufgerät) anwendbar.

     
  4. 4.

    Für denAusnahmefall, daß das Rohwasser stark verunreinigt ist, sind Flasche und Filtergerät ebenfalls ohne weiteres — jedoch mit entsprechender Verlängerung der Kontaktzeiten —, das Elektrogerät nur unter Vorschaltung eines Filters, das die suspendierten Bestandteile zurückhält, zu verwenden.

     
  5. 5.

    Die zur Abtötung der im Wasser enthaltenen Testkeimenotwendigen Einwirkungszeiten sind bei den untersuchten Geräten verschieden. Sie belaufen sich bei einem Keimgehalt von 20/ccm auf 4 Stunden für die Flasche, 2 Stunden für das Filtergerät, und 6 Stunden für das Elektrogerät (bei 180 Liter/Stunden Durchlaufgeschwindigkeit) — bei einem Keimgehalt von 20 000/ccm auf 6 Stunden für die Flasche, 4 Stunden für das Filtergerät, und 12 Stunden für das Elektrogerät.

     

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Literaturverzeichnis

  1. 1.
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  2. 2.
    Der hier gewählte Ausdruck „Wasserdesinfektion” ist im hygienischen Schrifttum zwar noch ungeläufig — es findet sich vorwiegend der Ausdruck Wassersterilisation —, aber mit Bedacht gewählt worden, da er Ziel und Wesen des Vorganges richtig wiedergibt. Die Begriffe „Sterilisation” und „Desinfektion” sind nichts Willkürliches, sondern amtlich im Deutschen Arzneibuch festgelegt. Danach heißt „desinfizieren” einen Gegenstand in den Zustand versetzen, daß er nicht mehr infizieren kann. Es müssen also die pathogenen Keime abgetötet, entfernt oder in ihrer Zahl so weitgehend vermindert sein, daß sie keine Krankheit mehr hervorrufen könne. Auch ist es gleichgültig, ob es sich bei dem zu desinfizierenden Objekt um einen Gebrauchsgegenstand oder um eine Nahrungsmittel bzw. Trinkwasser handelt. Die sehr viel weitergehenden Begriffe „Sterilisation” oder, was dasselbe bedeutet, „Entkeimung” setzen die Vernichtung sämtlicher pathogenerund apathogener Keime einschließlich der Sporen voraus. Das ist für die Aufbereitung eines Rohwassers zu Trinkzwecken weder notwendig noch mit den heute zur Verfügung stehenden Geräten immer erreichbar.Google Scholar
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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1934

Authors and Affiliations

  • H. Gutschmidt
    • 1
  1. 1.Berlin

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