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Praktische Folgerungen meiner Theorie der Irisbewegung

Zusammenfassung

Die praktischen Folgerungen meiner Theorie der Irisbewegung liegen auf therapeutischem und diagnostischem Gebiet.

a) Therapeutische Folgerungen:

Bei allen penetrierenden Hornhautwunden sind zur Verhütung vorderer Synechien — neben etwa notwendigen operativen Eingriffen — in erster Linie die spastischen Mydriaka Cocain und Adrenalin angezeigt, die zur Erzeugung einer möglichst kräftigen Wirkung (aktiver Flächenspannung) nicht einzuträufeln, sondern wenigstens einmal bei Beginn der Behandlung, subkonjunktival nahe dem Limbus einzuspritzen sind (in kleiner Menge, aber starker Konzentration).

Das rein paralytisch wirkende Atropin allein ist niemals genügend, sondern nur in Verbindung mit den spastischen Mitteln Cocain und Adrenalin. Zudem ist das Atropin nur bei zentralen, d. h. im Bereich der optischen Zone gelegenen Wunden am Platze.

Die Miotika sind bei peripherem Sitz der Wunden zu vermeiden. Nur bei Kindern unter 2 Jahren können sie versuchsweise (aber nur bei ganz peripherem Sitz der Verletzung) angewandt werden.

b) Diagnostische Folgerungen.

Die Semiologie der Irisbewegung bedarf einer gründlichen Nachprüfung auf der Grundlage der neuen Einsicht in die Mechanik der Irisbewegung; diese neue Einsicht ist geeignet, viele Rätsel auf einfache Weise zu lösen, die bisher unlösbar waren.

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Literaturverzeichnis

  1. 1) a)

    Münch, Über die muskulöse Natur des Stromazellnetzes der Uvea. Zeitschr. f. Augenheilk.12, 525. 1904.

  2. 1) b)

    Münch, Zur Anatomie des Dilatator pupillae. Zeitschr. f. Augenheilk. 1905, S. 1.

  3. 2)

    Münch, Über die Innervation der Stromazellen der Iris. Zeitschr. f. Augenheilk.14, 130. 1905.

  4. 3)

    Münch, Über die Mechanik der Irisbewegung. v. Graefes Arch. f. Ophth.64, 339. 1906.

  5. 1)

    Fr. Fl. Krusius, Zur diagnostischen Verwertung des Eserins bei Pupillenstörungen. Zeitschr. f. Augenheilk.18, Heft 5, S. 442.

  6. 2)

    Wagenmann, Die Verletzungen des Auges. v. Graefes-Saemischs Handbuch.9, 955.

  7. 1)

    Die Ausdrücke „Pupillenbewegung“ (C. Behr, in v. Graefe-Saemischs Handbuch 1924) oder auch „Pupillarbewegung“ (Heddaeus, Ebenda 1903) vermeide ich absichtlich, denn wieP. Schultz mit Recht sagt, „sollte man solche unphysiologischen Ausdrücke Laien überlassen“.

  8. 1)

    SieheAlfred Fuchs, Die Messung der Pupillengröße und Zeitbestimmung der Lichtreaktion bei einzelnen Psychosen und Nervenleiden. Franz Deuticke, Leipzig und Wien 1904.

  9. 1)

    Braunstein, Zur Lehre von der Innervation der Pupillenbewegung. Bergmann, Wiesbaden 1894.

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Münch, K. Praktische Folgerungen meiner Theorie der Irisbewegung. Graefes Arhiv für Ophthalmologie 115, 178–205 (1924). https://doi.org/10.1007/BF02184617

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