Archiv für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfheilkunde

, Volume 177, Issue 3, pp 160–173 | Cite as

Die morphologischen Grundlagen des Reinkeschen Stimmbandödems

  • Anton Mayet
Article

Zusammenfassung

An menschlichen Kehlköpfen wurden die morphologischen Grundlagen des Reinkeschen Stimmbandödems untersucht.
  1. 1.

    Im Stimmband und im Conus elasticus wurde eine ausgeprägte Lamellenstruktur des Bindegewebes nachgewiesen. Die Lamellensysteme sind Ausdruck der funktionellen Beanspruchungen des Stimmorgans. Ihre Verlaufsrichtung wird beschrieben.

     
  2. 2.

    Im kranialen, dem Recessus laryngis benachbarten Teil des Stimmbandes ist keine Lamellenstruktur vorhanden. In diesem Bereich entsteht das Reinkesche Stimmbandödem.

     
  3. 3.

    Die ventrale und die dorsale Grenze dieses Ödems bilden elastische Fasern, welche aus dem Stimmband kommen und in das Plattenepithel bzw. in dessen Basalmembran einstrahlen. Seine caudale Grenze bilden die kranialen Stimmbandlamellen.

     
  4. 4.

    Unmittelbar unter dem Plattenepithel des Stimmbandes befindet sich ein Netz aus überkreuzten elastischen Fasern (subepitheliales elastisches Nets). Es ist einerseits mit dem Plattenepithel andererseits mit dem elastischen Stimmbandgerüst verbunden. Durch die Verstellung der Maschen dieses Netzes während der Phonation, wird das Epithel gleichmäßig auf die Stimmbandoberfläche verteil und damit eine Faltenbildung verhindert.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1961

Authors and Affiliations

  • Anton Mayet
    • 1
  1. 1.Anatomischen Institut der Universität MünchenMünchen 15

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