Advertisement

Geofisica pura e applicata

, Volume 17, Issue 3–4, pp 104–111 | Cite as

Die Wirkung des Föhns auf den menschlichen Organismus

  • Hellmut Berg
Article

Zusammenfassung

Es ist seit langem bekannt, dass der Föhn bei sehr vielen Menschen typische Beschwerden auslöst, die von völliger Apathie und Lustlosigkeit einerseits bis zu Neigung zu Streit und Jähzornsdelikten andererseits reichen. Dazu kommen Erscheinungen wie Muskelzucken, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Zunahme der Kreislaufbeschwerden. Die «Föhnkrankheit» tritt vor allem in der Vorföhnperiode auf, d. h. dann, wenn in der Höhe bereits der Föhn in voller Stärke weht, in den Tälern aber noch eine stagnierende Kaltluftschicht liegt. Die Beschwerden sind im geschlossenen Raum ebenso stark wie im Freien. Das muss bei einer Erklärung berücksichtigt werden. Man nimmt allgemein an, dass die Wirkung des Föhns auf den menschlichen Organismus über das vegetative Nervensystem geht. Ueber den eigentlichen Faktor der die Beschwerden auslöst, besteht noch keine völlige Klarheit. Vermutlich sind es entweder Druckschwankungen, die durch das Schwingen der Kaltluft in den Föhntälern entsteht, oder aber Hochfrequenzstrahlung, die von der Grenzfläche zwischen der Kaltluft und der darüber wehenden Föhnluft ausgeht. Schwankungen des luft-elektrischen Feldes bestimmter Frequenz können auch im geschlossenen Raum bemerkbar werden. Die Berichte über die physiologische Föhnwirkung stammen ziemlich ausschliesslich aus den Nordalpen und betreffen den Südföhn. Es bleibt noch zu klären, ob auch der Nordföhn auf der Südseite der Alpen zu Föhnbeschwerden führt.

Summary

It is known to us since a rather long time, that the foehn causes typical diseases on many people. These show so many differences such as apathy with some and quarelling mind with others. Other symptoms are muscolar convulsions, violent heart-palpitation, headaches, increased cardialogical diseases. The foehn-sickness occurs mainly during the pre-foehn-period, i. e. when the foehn is blowing already in full strength in the height, whilst cold air is still stagnating in the valleys. The diseases are in closed rooms as affective as in the open. This is to be considered in an explication. The effects of the foehn on the human organism are generally supposed to be transferred through the vegetative nervous system. We do not know yet definitely the real factor causing these diseases. Presumably they are caused by oscillations of pressure, resulting out of the lapping cold air in the foehn-valleys, or by high-frequency radiation arising the frontier between the cold air and the above streaming foehn air. Oscillations of the atmospheric electric field of certain frequencies can be also effective in closed rooms. The physiological foehn effects are reported rather exclusively from the northern Alpes concerning the south foehn. There is still to find out, if the north foehn on the south side of the Alpes also causes similar foehn diseases.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Schrifftum

  1. (1).
    W. Trabert,Innsbrucker Föhnstudien III. Der physiologische Einfluss von Föhn und föhnlosem Wetter. Denkschr. Wiener Akad. Wiss., Math. Nat. K 1, 81, 1907Google Scholar
  2. (2).
    E. Ekhart,Zum Innsbrucker Föhn. Met. Rdsch. 2, 276–280, 1949Google Scholar
  3. (3).
    Willy Hellpach,Geopsyche. Stuttgart, 1950Google Scholar
  4. (4).
    Dusser,Beobachtungen über den Föhnwind. Naturwiss. Anzeiger d. allgem. Schweiz. Gesellsch. f. d. ges. Naturwiss. (Aarau) 1820 Nr. 9, 75Google Scholar
  5. (5).
    G. W. Roeder,Der Föhnwind in seinen physikalischen und meteorologischen Erscheinungen und Wirkungen. Jahresber., d. wetterauischen Gesellschaft zu Hanau, 1864Google Scholar
  6. (6).
    Vortrag auf der 1. Tagung der Freiburger Arbeitsgemeinschaft für bioklimatische Forschung 1950.Google Scholar
  7. (7).
    Klein,Ergebnisse fünfjahriger Föhnbeobachtungen in Tragöss. Met. Z. 21, 83–85, 1904Google Scholar
  8. (8).
    H. Ficker, B. de Rudder,Föhn und Föhnwirkungen. Probleme der Bioklimatologie Bd. 1, 2. Aufl., Leipzig 1948Google Scholar
  9. (9).
    A. Jellinek,Schlaganfall und Wetter. Bioklimat. Beiblätter 3, 63 ff., 1936Google Scholar
  10. (10).
    M. Curry,Bioklimatik (2 Bände). Riederau a. Ammersee 1947Google Scholar
  11. (11).
    P. Jordan, Ueber die Ursache der Föhnkrankheit. Naturwiss, 39, 630–631, 1940CrossRefGoogle Scholar
  12. (12).
    P. Courvoisier, Luftdruckschwankungen und Wetterfühligkeit. Archiv f., Met., Geophysik, Bioklimat., Reihe B, 1, 115–126, 1949Google Scholar
  13. (13).
    Vortrag auf der Freiburger bioklimatischen Tagung, 1950Google Scholar
  14. (14).
    K. Pollack,Die Therapie der Wetterfühligkeit und der Föhnkrankheit. Der praktische Arzt 4 123–127, 1950.Google Scholar

Copyright information

© Istituto Geofisico Italiano 1950

Authors and Affiliations

  • Hellmut Berg
    • 1
  1. 1.Meteorologisches Institut der Universität KölnKölnDeutschland

Personalised recommendations