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Homöopathische Arzneimittel-Nachprüfungen

  • P. Martini
  • L. Brückmer
  • K. Dominicus
  • A. Schulte
  • A. Stegemann
Article

Zusammenfassung

o
  1. 1.

    Zehn Versuchspersonen wurden einer unwissentlichen Arzneimittelprüfung mit Bryonia unterzogen. Es kam dabei bei sechs Versuchspersonen in den Bryoniaperioden zu Magen-Darmerscheinungen, aber auch in den Milchzucker-Scheinmittelperioden kam es bei fünf von den zehn Versuchspersonen zu vermehrter Defäkation, Leibschmerzen, Appetitlosigkeit usw. Eine Milchzuckermitwirkung bei der Entstehung der Magendarmerscheinungen ist deshalb wahrscheinlich. Dazu kommt, daß gerade während der Verabreichung von Urtinktur (Versuchsperson VII, VIII und IX und auch im unwissentlichen Versuch XI) keine oder fast keine Magendarmerscheinungen aufgetreten sind, obwohl bei diesen Personen weitaus die größten Bryoniamengen verabreicht wurden. Daraus ist zu schließen, daß jedenfalls bei den meisten Menschen sehr große Mengen von Bryonia zur Erzeugung von Magendarmstörungen notwendig sind (siehe dazu auch Tabelle 1).

     
  2. 2.

    Andere Symptome traten während der Scheinmittelperioden in relativ größerer Anzahl auf als während der Bryoniaperioden (siehe Tabelle 1); irgendwelche für Bryonia spezifische Erscheinungen (abgesehen von den unter 1. besprochenen gastroenteritischen) konnten wir erst recht nicht finden. Es gilt dies sowohl von den Verabreichungen kleiner (D3,D5 undD10) als auch größerer (Urtinktur undD1) Bryoniamengen.

     

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    Siehe auch L. Brückmer: Homöopathische Arzneimittelprüfung mit Bryonia u. Secale cornutum. Inaug.-Diss. Bonn 1937.Google Scholar
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    Die Originalprotokolle sind sämtlich in der Inaug.-Diss. L. Brückmer: Homöop. Arzneimittelprüfung mit Bryonia und Secale cornutum niedergelegt, Bonn 1937.Google Scholar
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    Streicht man überdies zur Ausschaltung einer möglichen Milchzuckerwirkung auf beiden Seiten die Defäkationssymptome weg und dazu noch lediglich von der Scheinmittelseite die heftigen Leibschmerzen des Prüfers V (eine offenbare Einseitigkeit zugunsten der Bryonia), dann bleibt das Symptomverhältnis noch schlechter: 72/146:41/302=3,81!—.Google Scholar
  20. 20.
    Über Arzneimittelprüfungen mit Bryonia-Urtinktur, die über längere Zeit fortgeführt wurden, werden wir in kurzem nachträglich berichten.Google Scholar

Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1939

Authors and Affiliations

  • P. Martini
    • 1
  • L. Brückmer
    • 1
  • K. Dominicus
    • 1
  • A. Schulte
    • 1
  • A. Stegemann
    • 1
  1. 1.medizinischen Universitätsklinik BonnBonnDeutschland

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