Mäuseschäden in Forstkulturen

  • W. Bäumler
Article

Zusammenfassung

Im Winter 1988/89 wurden in 39 Forstkulturen jeweils 200 Forstpflanzen im Hinblick auf Mäuseschäden überprüft. Im Durchschnitt waren 9,3% der Bäumchen von Mäusen benagt, obwohl auf diesen Flächen Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt worden waren. Geschädigt wurden vor allem Hainbuche, Rotbuche, Eiche und andere Edellaubhölzer. Die Kulturen sind etwa 10–15 Jahren lang durch Mäuseschäden gefährdet.

In den Jahren 1980–1989 wurden im Rahmen der Forstschutz-Prognose über 6000 Mäuse in verschiedenen Waldgebieten Bayerns gefangen. Auf einem Teil der Flächen wurden bei Schadensgefahr im Herbst oder Winter Rodentizide (Lepit Forstpellet®, Arrex-E-Folienköder® oder Arrex-M-Köder®) ausgelegt. Die Vergleichsflächen wurden in dieser Dekade niemals mit Rodentiziden behandelt. Die Populationsentwicklung von Mäusen in den behandelten und in den nicht-behandelten Flächen war nicht signifikant verschieden. Ein nachhaltiger Einfluß der Bekämpfungsmaßnahmen konnte somit nicht festgestellt werden. Unrwünschte Nebenwirkungen auf Nicht-Zielorganismen können durch die Verwendung verschüttsicherer Köderbehälter und durch die Auswahl umweltsicherer Wirkstoffe vermieden werden.

Damage of voles in forest cultivations

Abstract

Some rodent species of the family Arvicolidae especially the Field Vole (Microtus agrestis), the Bank Vole (Clethrionomys glareolus) and the Water Vole (Arvicola terrestris) can cause severe damage in broadleaved and mixed forest cultivations. Up to now the losses can be diminished only by reduction of vole density during wintertime. The use of rodenticides in the cold season did not affect the development of rodents during summertime. Risks of primary and secondary poisoning can be avoided using special bait stations and environmental save agents.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literaturverzeichnis

  1. Bachhuber, E., &Beck, C., 1988: Die Wirkung einiger Antikoagulantien auf forstlich wichtige Mäusearten und Mäusevertilger. Diplomarbeit Univ. München, Forstw. Fak. 67S.Google Scholar
  2. Bäumler, W., 1975a: Nebenwirkungen von Toxaphen auf Mäuse. Anz. Schädlingskde., Pflanzenschutz, Umweltschutz48, 65–71.Google Scholar
  3. Bäumler, W., 1975b: Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf freilebende Kleinsäuger. Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt f. Land- und Forstwirtschaft. 40. Deutsche Pflanzenschutztagung 1975 (Kurzfassung)165, 217–218.Google Scholar
  4. Bäumler, W., 1975c: Hämobartonellen und Milztumor bei der Erdmaus (Microtus agrestis). Anz. Schädlingskde., Pflanzenschutz, Umweltschutz48, 1–5.Google Scholar
  5. Bäumler, W., 1985: Mäusebekämpfung in der Land- und Forstwirtschaft. Gesunde Pflanzen37, 513–519.Google Scholar
  6. Bäumler, W., 1979: Die Sommerkrise der Erdmaus (Microtus agrestis L.) Teil 1. Die Entwicklung einer freilebenden Population. Anz. Schädlingskde., Pflanzenschutz, Umweltschutz52, 65–70.Google Scholar
  7. Bell, H., &Dimmick, R., 1975: Hazard to predators feeding on prairie voles killed with zinc phosphide. J. Wildl. Mgmt.39, 816–819.Google Scholar
  8. Hood, G., 1972: Zinc-phosphide—a new look at an old rodenticide for field rodents. Proc. of the Vth Vertebr. Pest Conf., 85–92.Google Scholar
  9. Krampitz, H.E., &Bäumler, W., 1978: Vorkommen, Saisondynamik und Wirtskreis von Babesien in einheimischen Nagetieren. Zschr. f. Parasitenkde.58, 15–33.Google Scholar
  10. Niemeyer, H.;Bäumler, W.;Busch, H.P.;Dimitri, L.;Gonschorrek, J.;König, E.;Wagner, A., &Wulf, A., 1988: Verdeckte Ausbringung von Rodentiziden in Köderstationen zur Abwehr von Mäuseschäden in Forstkulturen. Anz. Schädlingskde., Pflanzenschutz, Umweltschutz61, 133–138.Google Scholar
  11. Preissel, H.; Schneider, A., &Nölle, H., 1981: Zum Vergiftungsrisiko für Vögel nach Anwendung chlorphacinonhaltiger Köderpräparate im Ganzflächen-Streuverfahren. 14S., Schering unveröff.Google Scholar
  12. Steininger, F., 1952: Nagetierbekämpfung und Sekundärvergiftung bei Raubvögeln und Eulen. Ornith. Mitt.4, 36–39.Google Scholar
  13. Sterner, W., 1978: Prüfung einer Rodentizid-Sekundärvergiftung am Modell Maus—Krähe. Schering unveröff.Google Scholar
  14. Wulf, A., 1989: Chemischer Forstschutz zur Minderung von Wirbeltierschäden. Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft, Arbeitskreis Wirbeltiere. 6./7. November, Schneverdingen, Kurzfassung.Google Scholar

Copyright information

© Verlag Paul Parey 1990

Authors and Affiliations

  • W. Bäumler
    • 1
    • 2
  1. 1.Arbeitsgruppe Z 62“Nagetiere” der Bayerischen Forstlichen Versuchs-und Forschungsanstalt MünchenMünchen
  2. 2.Lehrstuhl für Angewandte ZoologieMünchen

Personalised recommendations