Beobachtungen zur Entwicklung der Frühjahrspopulationen vonMetopolophium dirhodum (Wlk.) auf dem Winterwirt
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Zusammenfassung
DaMetopolophium dirhodum auf Getreidepflanzen erheblichen direkten und indirekten Schaden hervorrufen kann, ist die Entwicklung auf dem Winterwirt, dies sind verschiedene Rosenarten, von erheblichem Interesse, vor allem wenn man beachtet, daß Rosen in den letzten Jahren vermehrt zur Bepflanzung von Grünstreifen und Straßenböschungen Verwendung finden. In Gebieten mit mildem Winterklima kann die Bleiche Getreideblattlaus zwar auch als Exsulis auf dem Sekundarwirt überwintern, doch scheidet diese Möglichkeit in Hessen meistens aus, weil die Wintertemperaturen für Blattläuse regelmäßig zu niedrig sind.
Im Raume südlich von Gießen wurde die Populationsentwicklung auf verschiedenen Standorten untersucht. Alle Tiere auf den Rosen wurden zu Beginn nach Larvenstadien getrennt ausgezählt, später bonitiert. Die Fundatrixlarven schlüpften Ende März bei Tagesmitteltemperaturen von etwa 8°C nach einer einwöchigen Schönwetterperiode. Direkt nach dem Schlüpfen saugten die Larven z. T. dicht gedrängt in unmittelbarer Nähe des Eiablageortes, verteilten sich aber sehr schnell auf andere Knospen und saugten dann vornehmlich einzeln. Dabei wurde der Saugort sehr oft gewechselt, d. h. die Larven wie auch später die Fundatrizen wanderten auf den Trieben umher. Die Tiere saugten meist an geschützten Stellen zwischen Blättern. Dabei waren fast nur einzelstehende Langtriebe im peripheren Bereich der Büsche befallen. Diese Triebe sind im Herbst am längsten belaubt, so daß hier die meisten Eier abgelegt wurden. In der Fundatrixgeneration betrug die durchschnittliche Mortalität 79%; in zwei Fällen entwickelten sich gar keine Fundatrizen aus den Eiern. Für die Populationsentwicklung ist die Anzahl der Fundatrizen, aus denen sich die Populationen entwickeln, von relativ geringer Bedeutung, da die Reproduktionsrate sehr hoch ist. Der Verlauf der Populationsentwicklung zeigt einen typisch abgestuften Verlauf. Die meisten Tiere lebten in Kolonien mit weniger als 11 Blattläusen. Ein zweites Maximum wurde bei 31–40 Tieren festgestellt.
Natürliche Feinde hatten nur einen relativ geringen Einfluß auf die Populationsdynamik. Lediglich Syrphidenlarven verminderten einzelne Populationen effektiv. Die anderen Prädatoren traten zu spät auf, um als wirksame Begrenzungsfaktoren zu wirken.
Eine Trophobiose vonM. dirhodum mit Ameisen konnte nicht festgestellt werden.
Observations on the development of populations ofMetopolophium dirhodum (Wlk.) on the primary host in spring
Abstract
The rose-grain aphid,Metopolophium dirhodum (Wlk.), is a species living onRosa spp. as winter hosts and Gramineae as summer hosts. Thus, the planting of roses along roadsides and highways may be of importance in connection with the migration of the aphids to cereals.
In March 1982 the nymphs hatched from eggs, which were laid in autumn on long shoots. One or two days after hatching they fed on buds in batches up to 15 individuals. Somewhat later they dispersed on the hostplants. The nymphal mortality of the first generation was high, namely about 79%. For further population development the number of fundatrices was less important due to their high reproduction capacity. Nymphs and adults of the first generation often changed their feeding site on the shoots. The specimens of the 2nd and 3rd generation were more stationary and formed dense colonies. The population density drastically increased during the 3rd generation.
The development of the aphid populations on the primary host took place during 2–3 generations and lasted until the beginning of June, when the winged forms left the hosplant. In the second generation, i. e. at the beginning of May, the first emigrantes appeared and the size of the aphid colonies increased up to 115 individuals. Most colonies consisted of less than 11 aphids namely 30.9%.
Natural enemies were present in large numbers during the end of May when the populations of aphids decreased due to emigration. They did not influence the density of aphid colonies, except the predacious larvae of hover-flies. Trophobiosis between ants and rose-grain aphids was not observed on the primary hostplant.
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