Über die fibrinoide Degeneration des Bindegewebes

  • E. Bahrmann
Article

Zusammenfassung

Die dem Begriff der fibrinoiden Degeneration des Bindegewebes vonNeumann zugrunde liegenden Befunde können weitgehend bestätigt werden.

Faserbündel des Bindegewebes besonders seröser Häute können eine fibrinartige Beschaffenheit annehmen.Im engeren Sinne beruht sie auf einerZusammensinterung der Faserbündel durch Entquellung, möglicherweise auch Gerinnung im Gefolge von Verschiebungen der vonSchade beschriebenen physikochemischen Gleichgewichte der Gewebe, besonders bei Entzündung und degenerativen Vorgängen. DieGemeinsamkeit mit dem Fibrin ist vor allemin der gleichen Dichte gegeben, welche das hornartige stark lichtbrechende Aussehen beider und die gemeinsamen Färbungseigenschaften bedingt. Die vonNeumann beschriebene Aufquellung der Faserbündel wird hierbei durch eine innige Verschmelzung an sich zusammengesinterter Faserbündel vorgetäuscht.

Andererseits kann eineWirkliche Verbreiterung unter Ausbildung strukturloser fibrinartiger Bänderdurch eine innige Durchtränkung der Faserbündel mit Fibrin zunächst in löslicher Vorstufe im Sinne derWeigertschen Koagulationsnekrose eintreten.

Zwischen beiden an sich völlig verschiedenartigen Veränderungen, der Zusammensinterung und der innigen Fibrindurchtränkung, bestehen durch ihr oft gemeinsames Auftreten fließende Übergänge, die es berechtigt erscheinen lassen, beide weiterhin unter der Bezeichnung der fibrinoiden Degeneration zusammenzufassen. Eine Trennung ermöglicht weitgehend die vonKlinge beschriebene Versilberbarkeit der durch das Fibrin auseinandergedrängten Einzelfibrillen der kollagenen Faserbündel. Ausdruck der bei beiden Veränderungen vorliegenden Degeneration ist die Zusammensinterung der Faserbündel und die Versilberbarkeit und meist eintretende Auflösung der Einzelfibrillen.

Es wird versucht, die engen Beziehungen von Fibrin und Bindegewebe unter Hinweis auf die Anschauungen vonSchade aus einer gemeinsamen Trenn- und Filterfunktion abzuleiten, die bei der Entzündung als Beseitigung bzw. Ausschaltung von Fremdstoffen in besonderem Maße beansprucht wird.

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Schrifttum

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1937

Authors and Affiliations

  • E. Bahrmann
    • 1
  1. 1.Pathologischen Institut der Universität BerlinBerlinDeutschland

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