Klinische Wochenschrift

, Volume 20, Issue 11, pp 268–270 | Cite as

Sulfonamid Intralumbal?

  • Hans Georg Arlt
Originalien

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die experimentellen UntersuchungenSäkers über intralumbale Injektionen, insbesondere von Sulfonamidderivaten, werden ergänzt durch Mitteilung eines Falles, in dem anatomisch die Ausfällung von Eubasinkrystallen nach intralum baler Injektion festgestellt werden konnte. Die Lokalisation der Krystalle im Lumbalkanal und an der Hirnbasis, während die Konvexität nicht befallen war, bestätigt die AnsichtSäkers, daß intralumbal injizierte Sulfonamide niemals eine direkte Wirkung auf den Entzündungsherd entfalten können, der bei der Meningokokkenmeningitis meist über der Konvexität sitzt. Der Wert intralumbaler Injektionen erscheint daher sehr zweifelhaft.

     
  2. 2.

    Auf Grund der Beobachtungen solltenintralumbale Sulfonamidinjektionen nicht mehr in dem Umfang durchgeführt werden wie bisher. Vor allem ist vor der intralumbalen Einverleibung von Eubasinum wegen der Gefahr schwerer Zwischenfälle dringend zu warnen. Aber auch die übrigen Sulfonamidderivate, wie Prontosil und Albucid, sollten nur noch in Ausnahmefällen intralumbal angewandt werden, da auch hier die Möglichkeit des Auftretens von Spätschädigungen nicht ausgeschlossen erscheint.

     
  3. 3.

    Als erfolgreichste Methode zur Bekämpfung der Meningokokkenmeningitis erscheint zur Zeit die Kombinationsbehandlung Serum + Sulfonamid, insbesondere Eubasinum, wobei aber letzteres in der Hauptsacheperoral zu verabreichen ist, da es so am besten vertragen wird. Nach den Erfahrungen der letzten Zeit scheint allein vom Blutwege aus eine wirksame und völlig befriedigende Behandlung erzielt werden zu können.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag und J. F. Bergmann 1941

Authors and Affiliations

  • Hans Georg Arlt
    • 1
  1. 1.Kinderkrankenhaus München-SchwabingDeutschland

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