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Tierexperimentelle Untersuchungen zur Frage der Therapie bei Unterkühlung

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Zusammenfassung

  1. 1.

    An Hunden in Morphin-Urethan-Narkose, die in einem kalten Wassebad von 5–7° in einer Zeit von 3–7 Stunden auf Kerntemperaturen unter 30° abgekühlt wurden, wurden weitere therapeutische Untersuchungen vorgenommen.

  2. 2.

    Adrenalininfusionen waren bei «physiologischer» Dosierung (0,06 bis 0,1 γ pro kg und Minute) wirkungslos. Hohe Dosen (2 γ pro kg und Minute) führten zur Senkung des arteriellen Druckes und zur Durchblutungssteigerung in der Kreislaufperipheri. Veritol und Sympathol waren in normaler Dosicrung wirkungslos. Bei höherer Dosierung sank der artericlle Druck bei Abnahme des peripheren Gefäßtonus.

  3. 3.

    Atropin führte in der Lähmungsphase nur zu einer sehr geringen Steigerung der Herzfrequenz und beseitigte nicht die in der Kälte auftretenden Reizleitungs- und Reizbildungsstörungen des Herzens. Ein gewisser günstiger therapeutischer Effekt des Atropins ließ sich aber doch in vielen Fällen feststellen. Einerscits konnten dadurch übermäßige Vaguseinflüsse, gegen die das unterkühlte Herz besonders empfindlich ist, unterdrückt werden, andererseits kam es zu einer Steigerung des peripheren Gefäßtonus und damit des arteriellen Druckes.

  4. 4.

    Infusionen von Traubenzuckerlösungen zeigten auch bei der akuten Unterkühlung, bei der eine Hypoglykämie nicht besteht, eine günstige Kreislaufwirkung, die sich als Steigerung des artericllen Druckes und der Blutdruckamplitude bemerkbar machte.

  5. 5.

    Während die pharmakologischen Behandlungen der Unterkühlung (Atropin, Traubenzucker) nur einen recht geringen und vorübergehenden Erfolg hatten, gelang es in fast allen Fällen, durch rasche Aufwärmung in einem heißen Bade von 40°, die Tiere wieder herzustellen.

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Literatur

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Grosse-Brockhoff, F., Schoedel, W. Tierexperimentelle Untersuchungen zur Frage der Therapie bei Unterkühlung. Archiv f. experiment. Pathol. u. Pharmakol 201, 457–467 (1943). https://doi.org/10.1007/BF01873160

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