Planta

, Volume 59, Issue 3, pp 296–329

UV-Musterungen auf Blüten und ihr Zustandekommen

  • H. Kugler
Article
  • 129 Downloads

Zusammenfassung

  1. 1.

    Unter Einbezug des UV-Bereiches sind Blütenzeichnungen noch stärker verbreitet. Doch treten im kurzwelligen Bereich keine neuen Mustertypen auf. Strich- und Fleckenmale sind häufig. Dagegen fehlen offenbar Tüpfelmale.

     
  2. 2.

    Auch unter Berücksichtigung der uv-freien Male sind bei radiären Blüten Muster weniger häufig als bei dorsiventralen. Der Anteil reiner uv-freier Male ist bei radiären Formen größer als bei dorsiventralen.

     
  3. 3.

    Auch bei den uv-freien Malen besteht eine Beziehung zur Blütengestalt, indem sie den Eingang zur Blüte bzw. zu den Nektarien flankieren. Bei dorsiventralen Formen können sie in diesem Zusammenhang auch an der Spitze der Petalen, z. B. des Schiffchens oder der Flügel bei Schmetterlingsblumen, auftreten.

     
  4. 4.

    Es muß auch bei der UV-Reflexion zwischen Glanz und diffuser Reflexion unterschieden werden. Der Glanzeffekt tritt an den Epidermisaußenwänden, die diffuse Reflexion besonders an tieferen Schichten, Inhaltskörpern und vornehmlich an den Grenzflächen Zellmembran-Intercellularenluft auf (TapetumExners).

     
  5. 5.

    Ein normales Blatt reflektiert infolge dieser Tapetumwirkung UV wie das sichtbare Licht an den Intercostalfeldern stärker als an den Nerven. Doch treten dadurch nur quantitative Unterschiede und keine qualitativen, d. h. farblichen Differenzierungen auf.

     
  6. 6.

    Die uv-freien Male beruhen auf der Anwesenheit uv-absorbierender Stoffe in bestimmten Geweben. Diese Substanzen können zugleich sichtbare Pigmente sein oder für uns unsichtbare, mit Eisenchloridlösung reagierende Stoffe. Nach dem Auswaschen dieser Substanzen mit Äthyloder Isopropylalkohol reflektieren die Blätter UV stark und zeigen keine Musterung mehr. Dies gilt auch fürRanunculus acer, dessen Stärketapetum an der UV-Malbildung unbeteiligt ist bzw. nur die Rolle jedes anderen Tapetums spielt.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Daumer, K.: Reizmetrische Untersuchungen des Farbensehens der Bienen. Z. vergl. Physiol.38, 413–478 (1956).Google Scholar
  2. —: Blumenfarben, wie sie die Bienen sehen. Z. vergl. Physiol.41, 49–110 (1958).Google Scholar
  3. Exner, F. u.Exner, S.: Die physikalischen Grundlagen der Blütenfärbungen. S.-B. Akad. Wiss. Wien. math.-nat. Kl., Abt. I119, 191–245 (1910).Google Scholar
  4. Karrer, P.: Lehrbuch der organischen Chemie. Stuttgart: Georg Thieme 1948.Google Scholar
  5. Knuth, P.: Die Einwirkung der Blütenfarben auf die photographische Platte. Bot. Zbl.48, 160, 314 (1891).Google Scholar
  6. Kühn, A.: Über den Farbensinn der Bienen. Z. vergl. Physiol.5, 762–800 (1927).Google Scholar
  7. Kugler, H.: Blütenökologische Untersuchungen anBryonia dioica Jacq. Flora (Jena)124, 94–118 (1929).Google Scholar
  8. —: Blütenökologische Untersuchungen mit Hummeln X. Planta (Berl.)32, 268–285 (1941).Google Scholar
  9. —: Hummeln und die UV-Reflexion an Kronblättern. Naturwissenschaften34, 315 (1947).Google Scholar
  10. —: Blütenökologische Untersuchungen mit Goldfliegen (Lucilien). Ber. dtsch. bot. Ges.64, 327–341 (1951).Google Scholar
  11. —: Einführung in die Blütenökologie. Stuttgart: Gustav Fischer 1955.Google Scholar
  12. Kullenberg, B.: On the Scents and Colours ofOphrys Flowers and their specific Pollinators among the Aculeate Hymenoptera. Svensk bot. T.50, 25–46 (1956).Google Scholar
  13. —: Studies inOphrys Pollination. Zool. Bidr. Uppsala34, 1–340 (1961).Google Scholar
  14. Lothmar, R.: Neue Untersuchungen über den Farbensinn der Bienen, mit besonderer Berücksichtigung des Ultravioletts. Z. verg. Physiol.19, 673–723 (1933).Google Scholar
  15. Lutz, F. E.: Apparently non selective characters and combinations of characters, including a study of ultraviolet in relation to the flower-visiting habits of insects. Ann. N. Y. Akad. Sci.29, 181–283 (1924).Google Scholar
  16. Mazokhin-Porshnyakov, G. A.: The reflecting qualities of the wings of butterflies an the role of ultraviolet rays in visual perception of insects. Biofizika2 (1957). Ref. Ber. wiss Biol. A119, 284 (1958).Google Scholar
  17. Molisch, H.: Mikrochemie der Pflanze. Jena: Gustav Fischer 1923.Google Scholar
  18. Richtmyer, F. K.: The reflection of ultraviolet by flowers. J. opt. Soc. Amer.7, 151–168 (1923).Google Scholar
  19. Seybold, A., u.A. Weissweiler: Spectrophotometrische Messungen an Blumenblättern. Bot. Arch.45, 358–386 (1945).Google Scholar
  20. Troll, W.: Organisation und Gestalt im Bereiche der Blüte. Berlin: Springer 1928.Google Scholar
  21. Vogel, S.: Farbwechsel und Zeichnungsmuster bei Blüten. Öst. Bot. Z.97, 44–100 (1950).Google Scholar
  22. Ziegenspeck, H.: Die Farben- und UV-Photographie und ihre Bedeutung für die Blütenbiologie. Mikroskopie10, 323–328 (1955).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1963

Authors and Affiliations

  • H. Kugler
    • 1
  1. 1.München 13

Personalised recommendations