Einfluß des Adrenalins auf die Zuckerneubildung
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Zusammenfassung
- 1.
Die phlorrhizindiabetischen Hunden verabreichte erstmalige Adrenalininjektion führt zu einer Erhöhung der Blutmilchsäurewerte, da das Muskelglykogen auf den Adrenalinreiz hin zu Milchsäure abgebaut wird.
- 2.
Die Wiederholung der Adrenalinzufuhr steigert die Blutmilchsäurewerte nicht, da die Quelle der Blutmilchsäurezunahme — das Muskelglykogen — durch die erstmalige Adrenalininjektion bereits entleert wurde.
- 3.
Die aus dem Muskelglykogen produzierte Milchsäure gelangt auf dem Blutwege zur Leber, wo sie zu Glykogen resynthetisiert wird. Das so aufgebaute Leberglykogen wird sogleich, infolge der durch Phlorrhizin gesetzten Störung als Extrazucker ausgeschieden.
- 4.
Adrenalin mobilisiert also gleich dem Leberglykogen auch das Muskelglykogen, jedoch in Form von Milchsäure; beim Fehlen der Leber (Versuche von Bollmann, Mann, Magath) kann aber diese nicht weiter zu Zucker verarbeitet werden.
- 5.
Die durch Adrenalin bewirkte Extrazuckerausscheidung phlorrhizindiabetischer Tiere muß also auf Mobilisierung des Muskelglykogens zurückgeführt werden.
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- 1).Auf die Arbeiten Meyerhofs (Pflügers Arch. f. d. ges. Physiol. 182 u. 185), die eine Resynthese im isolierten Muskel selbst dartun, soll in anderem Zusammenhang eingegangen werden. Vgl. hierzu auch die Ausführungen von Cori (a. a. O. C. Cori), dessen Erklärungsversuche mit unseren Ergebnissen bestens übereinstimmen.Google Scholar
- 1a).Anmerkung bei der Korrektur: Die Versuchsergebnisse von Störring (Labor. Junkersdorf, Pflügers Arch. f. d. ges. Physiol. 1929, Bd. 221, S. 3), die eine durch Adrenalin bewirkte KH-Neubildung dartun sollen, scheinen auch für die Richtigkeit unserer Ausführungen zu sprechen, da die nach Adrenalinzufuhr gefundenen Muskelglykogenwerte niedriger sind als jene, die von Bickenheim und Junkersdorf (Arch. f. exp. Pathol. u. Pharmakol. 1928, Bd. 132, S. 129) bei ausschließlicher Fettzufuhr festgestellt wurden.Google Scholar