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Mittheilung über die Wirkungen des Fluornatrium

  • H. Tappeiner
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Literatur

  1. 1).
    Dieses Archiv. XXV. Bd. S. 211–213.Google Scholar
  2. 2).
    In diesen, wie zu allen anderen Versuchen, wurde nur vollständig reines, analysirtes Fluornatrium verwendet, das, wie noch besonders hervorgehoben sein soll, völlig neutrale Reaction besass, da es selbst in gesättigter Lösung auf Lackmus, das 0,00007 Proc. Weinsäure (1/1000 Normallösung) zur Anzeige brachte, nicht reagirte.Google Scholar
  3. 1).
    Therapeutische Monatshefte. 1889. S. 411 (aus dem pharmakol. Institut in Greifswald).Google Scholar
  4. 1).
    Dieses Archiv. XXV. Bd. S. 345. Die Ursache dieser Muskelstarre verlegt H. Schulz in das Nervensystem, weil er beobachtete, dass sie auch eintrat in einer Extremität, welche durch Gefässunterbindung von der Vergiftung ausgeschaltet war, hingegen ausblieb in einem Beine mit durchschnittenem Nerven (a. a. O. S. 341). Ich bin bei gleichen Versuchen zu gerade entgegengesetzten Ergebnissen gekommen: Ausbleiben der Starre nach Arterienligatur, Eintritt derselben, wenn auch verzögert, nach Nervendurchschneidung (a. a. O. S. 210). Ich habe die Versuche in Gaben von 0,03 mit gleichem Resultat wiederholt, muss daher die dort gegebene Darstellung aufrecht erhalten und es H. Schulz überlassen, diese Differenz aufzuklären.Google Scholar
  5. 2).
    a. a. O. Dieses Archiv. XXV. Bd. S. 209.Google Scholar
  6. 1).
    a. a. O. Dieses Archiv. XXV. Bd. S. 220.Google Scholar
  7. 2).
    a. a. O. Dieses Archiv. XXV. Bd. S. 224. Binz hat hiergegen in einem kritischen Referate (Centralblatt f. klin. Med. 1889. Nr. 17) lebhafte Opposition erhoben. Nach Aufzählung der Wirkungen am Säugethiere und nach der Bemerkung, dass an Fröschen „die Dinge im Wesen” ganz ähnlich sich gestalteten, fährt Binz wörtlich fort: „Interessant für den Leser ist dabei die Bemerkung, dass bei diesen die Lähmung des centralen Nervensystems keine indirecte, sondern eine directe ist; dass auch ferner die sensiblen Endorgane und weiter die sensiblen Nervenfasern gelähmt werden. Man sollte meinen, schon aus diesen Indicien werde der Verf. schliessen, auch beim Warmblüter lähme das Fluornatrium die Substanz des Gehirns direct. Indess er sucht hier die Ursache dieser Lähmung lieber auf einem weiten Umweg. Nach Art veralteter Anschauungen in der Medicin, welche sich keine toxikologischen Vorgang ohne ursächliche Verengerung oder Erweiterung der Gefässe, ohne Erregung oder Lähmung der Vasomotoren, ohne ursächliche Hyperämie oder Anämie vorstellen können, sucht auch er die Erklärung für Schläfrigkeit, Schwäche und Sopor lediglich in den Gefässbahnen. Beweise dafür giebt er nicht. Die Deutung wird ganz allein aus dem zeitlichen Zusammenfallen der vasomotorischen und der sensoriellen Lähmung geschlossen. Nun liegt das hauptsächlichste Gefässcentrum in der Nähe des Grosshirns. Wenn also das Protoplasma von jenem gelähmt wird — was Tappeiner ja nachweist —, warum soll dann nicht ebenso gut auch das Protoplasma von diesem der directen Lähmung durch das Fluornatrium verfallen? Die Krämpfe sind nach des Vrfs. Angabe (S. 233) von der Lähmung der Gefässe unabhängig. Sie haben einen selbständigen Charakter und sind als directe Einwirkung des Fluornatriums auf die Centralorgane anzusehen. Wenn das Gift in einem gewissen Stadium erregend auf die Gehirnganglien wirkt, was hindert es dann, in einem anderen Stadium sie bis zum Sopor zu lähmen?” Die in diesen Sätzen enthaltenen Behauptungen und Anschauungen von Binz sind theils mit allgemeinen, theils mit speciellen auf das Fluornatrium bezüglichen pharmakologischen Thatsachen im Widerspruch. Was zunächst „die Dinge am Frosch” betrifft, so sind, ganz abgesehen davon, dass Binz hier örtliche und resorptive Wirkungen zusammenwirft, derartige unmittelbare Schlüsse vom Frosch auf den Warmblüter nicht zulässig, wie allgemein anerkannt ist und in dieser Abhandlung nochmals gezeigt werden wird. Binz meint, meine Erklärung sei auf „veralteten Anschauungen” begründet, und fordert weitere Beweise für dieselbe. Dies zwingt mir die Bemerkung ab, dass Binz sich die hier in Betracht kommenden Verhältnisse noch nicht klar gemacht hat: die Lähmung des Gefässcentrums, bezw. die bedeutende Herabsetzung des Blutdrucks giebt Binz zu, die sich daraus mit Nothwendigkeit ergebenden Folgen aber sieht er nicht ein, obwohl ihm bekannt sein dürfte, dass jede so hochgradige Erniedrigung des Blutdrucks nicht blos Schwäche und Sopor, sondern öfters auch völlige Bewusstlosigkeit (Ohnmacht) erzeugt. Die von Binz in den letzten Sätzen entwickelten Anschauungen endlich sind unvereinbar mit der Lehre von der specifischen Wirkung, nach welcher die Wirkungen vieler Stoffe auf einzelne Organe, resp. Nervencentren beschränkt sind. Der Passus über die Krämpfe steht überdies auch mit den Thatsachen im Widerspruch, denn diese Krämpfe gehen dem Sopor nicht voraus, sondern erreichen gerade mit ihm ihren Höhepunkt. Der Inhalt der citirten Sätze wird von Binz in Virchow's Archiv. 118. Bd. S. 122 zum Theil wiederholt, ausserdem beruft er sich dort auf die den gleichen Gegenstand behandelnden Arbeiten von H. Schulz (a. a. O.), C. Frese (Dissertation, Rostock) und O. Hewelke (Vorläufige Mittheilung; a. a. O.), unterlässt aber zu erwähnen, dass diese Autoren nur die Beschreibung der Symptome, nicht aber die pharmakologische Analyse derselben unternommen haben, daher auch von der Wirkung auf den Blutdruck und das Gefässcentrum keine Kenntniss erlangen konnten. Die Berufung wird infolge dessen gegenstandslos.Google Scholar
  8. 1).
    Dieses Archiv. XIV. Bd. S. 323.Google Scholar

Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1890

Authors and Affiliations

  • H. Tappeiner
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Laboratorium zu MünchenMünchenDeutschland

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