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Ueber Zangen mit Zugapparaten und axengemässe Zangenextraction

Die Zangen von Tarnier, ihre Vorläufer und Modificationen. Anpassung der deutschen Zangen an deren Principien

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Literatur

  1. 1)

    The american Journ. of obst. and dis. of women and childr. 1880, April, p. 372.

  2. 2)

    1879, Nr. 4 bis 6. cf. Centralblatt für Gynäkologie 1879, Nr. 10.

  3. 3)

    Aus den “Forhandlinger i det Norske medicinske Selskab” 1878, S. 79 nach Faye.

  4. 1)

    Wiener medicinische Presse 1879, Nr. 20.

  5. 2)

    Wiener medicinische Wochenschrift 1880, Nr. 24 u. 25.

  6. 3)

    Lehrbuch der gesammten Gynäkologie, II. Aufl., 1881, S. 766 u. ff.

  7. 4)

    Description de deux nouveaux forceps, par S. Tarnier etc. Paris, Lauwereyns, 1877.

  8. 1)

    Archives de Tocologie, Juni 1877.

  9. 2)

    Ueber eine neue Geburtszange zur Extraction des im Beckeneingange stehenden Kindeskopfes, mit Abbildungen, Bern 1844.

  10. 1)

    Note sur l'équilibre du forceps et du levier, Mém. de l'Acad. roy. de Belgique 1860.

  11. 2)

    Abgebildet im Traîté prat. de l'art des accouch., par L. Hyernaux 1866; ausserdem bei Tarnier und Simpson (siehe S. 12).

  12. 3)

    Transact. of London obst. Society X, 1868.

  13. 4)

    cf. Braun v. F., Lehrbuch.

  14. 5)

    Glasgow med. Journal, June 1878.

  15. 1)

    Modification nouvelle au forceps. (Journ. de médecine de Bruxelles, 1871.)

  16. 2)

    Traité théorétique et prat. de l'art des accouchements etc., p. 999, Paris 1874, und Chassagny, Méthode des tractions soutenues. Le forceps considéré comme agent de préhension et de traction. Preuves expérimentales. Paris 1872. Cf. ausserdem Braun v. F., Lehrbuch, l. c. Lehrbuch der gesammten Gynäkologie, II. Aufl., 1881, S. 766 u. ff.

  17. 1)

    Thèse de concours, Paris 1866. Anm. Wie weit das Bestreben, die eigenen Muskeln zu schonen, führen kann, mag ein Forceps zeigen, welcher in der an Curiositäten reichen Instrumentensammlung der Würzburger Entbindungsschule — sie besitzt u. A. eine schwarzlasirte sogenannte. “Todtenzange”, eine vergoldete Zange von Kilian, welche indess nur durch Vereinigung zweier Metalle dynamisch auf den Uterus wirken sollte — aufbewahrt wird, nachdem sie einem unterfränkischen Arzte von Rechts wegen confiscirt worden war. Die Griffe dieser Zange waren an ihrem Ende breit nach aussen umgebogen und dienten zur Befestigung eines starken Seiles, in welches dicke Querhölzer — bis zu drei — in Entfernung von etwa 1/2 Meter eingeknotet waren. Der Arzt legte die Zange an und überliess, indem er blos “dirigirte”, die Extraction kräftigen Bauern, welche sich förmlich vor die Querhölzer spannen mussten.

  18. 1)

    Siehe Kilian's Armamentarium, Taf. XXIII, 5, und Cazeaux-Tarnier, S. 998. Interessant ist, dass der etwas modificirte Forceps Thénance als “Forceps Lyonnais” im südlichen Frankreich noch sehr verbreitet ist.

  19. 1)

    Noch älter allerdings und jedenfalls in hohem Grade interessant sind die Apparate, deren sich nach dem Berichte von Wernich auf der Naturforscherversammlung in München (vergl. sein eigenes Referat in diesem Archiv, Bd. XII, mit Abbildungen) die “japanischen Chamberlens”, wie man sie nennen könnte, die Kangawa, zur Extraction des Kopfes bedienen und welche vielleicht am genauesten einen der Beckenaxe entsprechenden Zug gestatten. Die Kangawa extrahiren den Kopf entweder mit einer Fischbeinschlinge oder einer Seidenkappe. Die Fischbeinschlinge (nach Neugebauer's Vermuthung von den Engländern entlehnt, bei denen sie noch jetzt im Gebrauche sei, s. Westmacott, in Lond. obstetr. Transact. 1870, S. 177, und Wilmot, ibid. XV, 1874, S. 172) wird über das Kinn hinaufgebracht und am Unterkiefer angehakt. Die Enden werden durch eine doppelt durchbohrte Walze aus Fischbein festgezogen und dann durch einen platten, langen Handgriff aus gleichem Materiale gesteckt, mit welchem sie festgehalten werden. Dieser Handgriff gestattet einen Zug, welcher mit der Richtung der Beckenaxe wohl zusammenfallen kann. Noch origineller ist die entschieden rein japanische Extractionskappe. Sie besteht aus einem langen, doppelt-handbreiten Stücke festen Seidenzeuges, dessen Enden an zwei Fischbeinstäbchen befestigt sind. Nachdem der Zeugstreifen von beiden Seiten her nach der Mitte zusammengerollt wurde, werden die Fischbeinstäbchen geschlossen bis zum Nacken des Kindes emporgeführt und die Seide durch Herumwandern der Stäbchen über den ganzen Kopf weggezogen. Darauf werden die Enden der Seidenkappe durch eine gefensterte, eiserne Griffhandhabe geleitet und mit dieser zugleich Tractionen nach unten ausgeführt. Werden die Enden der Seitenkappe nach hinten herabgeführt, so muss sich ebenfalls sehr genau in der Richtung der Beckenaxe ziehen lassen. Ob diese sinnreichen, aber zarten Apparate für die Becken der Europäerinnen ausreichen würden, sei dahingestellt. Bemerken will ich noch, dass das damals von Wernich demonstirte japanische Geburtsbesteck, welches diese von mir etwas näher beschriebenen Apparate enthält, sich als Geschenk desselben an Professor Credé in der Instrumentensammlung der Leipziger Entbindungsanstalt befindet.

  20. 1)

    Annales de Gynécologie, Mars 1877, und Centralblatt für Gynäkologie 1877, Nr. 3.

  21. 2)

    Annal. de la soc. médico-chir. de Liège 1879, cf. Centralblatt für Gynäkologie 1880, Nr. 4 und Braun v. F., Lehrbuch.

  22. 3)

    Essai pratique et appréciation du forceps de Tarnier. Bull. de la soc. de chir., p. 343, und progrès méd. 1879, p. 17.

  23. 4)

    British med. Journ. 1877, 7. Juli, und Centralblatt für Gynäkologie 1879, Nr. 8.

  24. 1)

    Obstetr. Soc. Edinburgh, 11. Decbr. 1878. The obst. Journ. LXXIV, Mai 1879.

  25. 2)

    A description of Tarnier forceps. Edinburgh med. Journ., April 1879.

  26. 3)

    Americ. Journ. of obst. 1878.

  27. 4)

    St. Petersburger medicinische Wochenschrift 1880, Nr. 21.

  28. 5)

    Forhandlinger i det Norske med. Selskab 1878, S. 79.

  29. 6)

    Forhandlinger i det med. Selskab, Christiania 1879, p. 36. (Discussion über den Forceps Tarnier.)

  30. 1)

    Gynäkol. og obstetr. Meddelelser 1880, Bd. III, S. 73. Schmidt's Jahrbücher, Bd. 187, Heft 8, S. 154.

  31. 1)

    Eine neue Zange von Vedder (Med. Record, 23. März 1878), der Mundé vor der Tarnier'schen den Preis zuerkennt (cf. Centralblatt für Gynäkologie 1878, Nr. 13) sucht das Princip der axengemässen Extraction auf andere Weise zu lösen: Zwischen Löffel und Griff befindet sich ein Charnier, das während der Traction fixirt ist, bei Nachlass des Zuges aber beweglich wird und eine Richtungsänderung der Griffe zulässt.

  32. 2)

    Amer. Journ. of obstetr. 1878, April, und 1880, Juli.

  33. 3)

    Brit. med. Journ. 1878, 29. Juni und Centralblatt für Gynäkologie 1879, Nr. 4 und Braun v. F., Lehrbuch, S. 768.

  34. 4)

    Brit. med. Journ. 1879, 8. Febr., und Centralblatt für Gynäkologie 1879, Nr. 13.

  35. 5)

    Americ. Journ. of obstetr. etc. 1880, April, S. 372, und Juli.

  36. 6)

    On Axis-traction forceps, by Alex. Russel Simpson etc., communicated to the obstetr. soc. of Edinburgh, 21. July 1880 (mit Abbildungen).

  37. 1)

    Americ. Journ. July 1880. Im Aprilhefte des Journal war die Zange Cleeman's irrthümlich als die Lusk's angegeben und abgebildet.

  38. 1)

    Ein College im Altenburgischen soll sich (privater Mittheilung zufolge) statt des Handtuches eines über das Zangenschloss weggelegten Lederriemens bedienen, der so lang ist, dass er in einen Schlitz an seinem unteren Ende den Fuss einsetzen kann. Diese “Steigbügelextraction”, wie ich sie nennen möchte, ist gewiss ebenso als Extravaganz zu bezeichnen, wie die erwähnte Methode des ingeniösen unterfränkischen Arztes.

  39. 1)

    Dabei starb von den 124 Müttern eine (0,8%). Es war ein Fall, wo eigentlich die Perforation gemacht werden sollte. In demselben Falle, dem einzigen, wurde auch das vorher frische Kind scheintodt geboren und nicht wieder belebt. Von den 124 Kindern wurde sonst nur noch eines todt geboren, aber infolge von Steckenbleiben der Schultern (XIIIp., Geburt nur vom Praktikanten geleitet). Das Kind wog 5270 g und war 58 cm lang. Ein Kind starb nach 1 1/2 Tagen (plattes Trichterbecken, sehr schwere, von einem anderen Collegen vorher drei Mal versuchte Extraction), eins nach neun Tagen (ältere Erstgebärende, längere Dauer der Extraction), wahrscheinlich infolge intracranieller Blutergüsse. Sonst trat bei keinem Kinde Tod ein infolge von Zangenverletzungen. Man vergleiche damit die Zahlen von Hecker (Beobachtungen und Untersuchungen aus der Gebäranstalt zu München, umfassend den Zeitraum 1859 bis 1879 u. s. w.): von 446 Müttern, an denen die Operation vorgenommen wurde, starben 42 oder 9,4%, wobei 17 nicht vollendbare, dann durch Perforation beendigte Fälle mit zehn todten Müttern mitgezählt sind. Von den Kindern waren während der Geburt abgestorben, resp. asphyktisch, nicht zu beleben 94=21%, bald nach der Geburt starben noch 14=3,1%, zusammen 108=24,3%. In Fällen von engem Becken wurde nie bei hoch-und beweglich stehendem Kopfe operirt, sondern immer gewartet, bis man es mit einem Caput incuneatum zu thun hatte. Von den 59 Müttern starben 13 (22%), von den Kindern 37 (63%).

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Sänger, M. Ueber Zangen mit Zugapparaten und axengemässe Zangenextraction. Arch. Gynak. 17, 382–423 (1881). https://doi.org/10.1007/BF01814335

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