Über die Nuclealreaktion in Embryosäcken und Pollenkörnern einiger Angiospermen
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Zusammenfassung
- 1.
Von 11 verschiedenen Blütenpflanzen nach der Nuclealreaktion hergestellte Präparate zeigten, daß zu Beginn der Entwicklung die Kerne der Eizellen positiv reagieren. Das Karyotin der jungen Eizellen enthält Nuclealsäuren. Im Laufe der Reife gehen die Nuclealsäuren verloren.
- 2.
Die Kerne der Pollenkörner geben in allen Entwicklungsstufen mit der Nuclealfärbungsmethode ein positives Resultat. In reifen Pollen ist die positive Reaktion bei den generativen Kernen stärker als bei vegetativen Kernen. Die generativen Kerne enthalten Nuclealsäuren in größerer Menge.
- 3.
An Präparaten, die mit Eisenhämatoxylin und nach der Dreifarbenmethode gefärbt wurden, zeigt es sich, daß der negative Ausfall der Reaktion an reifen Eizellen nicht durch das Fehlen von Karyotin hervorgerufen wird. Ein Vergleich von Präparaten, die mit Eisenhämatoxylin bzw. nach der Nuclealfärbungsmethode hergestellt wurden, ergibt, daß das Karyotin der reifen Eizellen keine Nuclealsäuren enthält.
- 4.
Der positive Ausfall der Nuclealreaktion bei Pollen und der negative bei Kernen reifer Eizellen beweist, daß zwischen dem chemischen Aufbau des Karyotins der Ei- und Pollenkerne ein Unterschied besteht.
- 5.
Die negative Reaktion in Eizellen ist abhängig von der Qualität der Kernsubstanz, d. h. von den physikalisch-chemischen Eigenschaften der Kerne. Sie beweist, daß der chemische Unterschied der Geschlechtszellen in einer bestimmten Periode der Entwicklung in dem von Nuclealsäuren gebildeten Teil des Karyotins zustande kommt.
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