Hermeneutische und hypothetisch-deduktive Methode

  • Gerhard Frey
Aufsätze

DOI: 10.1007/BF01801440

Cite this article as:
Frey, G. Zeitschrift für Allgemeine Wissenschaftstheorie (1970) 1: 24. doi:10.1007/BF01801440

Zusammenfassung

Der Wissenschaftsbegriff kann nicht einseitig auf den Begriff von „science“ eingeengt werden. Eine strenge Scheidung in naturwissenschaftliche und geisteswissenschaftliche Methoden ist nicht möglich. Paradigmatisch für die Naturwissenschaften ist die hypothetisch-deduktive für die Geisteswissenschaften die hermeneutische Methode. Praktisch sind beide Methodenschemata immer ineinander verschränkt. Da die hermeneutische Methode auch nicht-wissenschaftlich verwendet wird, ist es notwendig Kriterien ihrer Wissenschaftlichkeit anzugeben. Der Vergleich beider Methoden zeigt, daß beide hypothetisch sind. Konkurrierenden Modellen entsprechen konkurrierende Deutungen. Die naturwissenschaftliche Methode kann im allgemeinen Entscheidungen erzwingen, da sie immer neue Erfahrungen erzeugen kann. Demgegenüber ist das Erfahrungsmaterial in den Geisteswissenschaften vorgegeben und nicht beliebig vermehrbar. Entscheidungen zwischen konkurrierenden Deutungen sind daher nicht erzwingbar.

Copyright information

© Franz Steiner Verlag GmbH 1970

Authors and Affiliations

  • Gerhard Frey
    • 1
  1. 1.Innsbruck, Philosophisches Institut der UniversitätÖsterreich

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