“Ist die Quantenphysik vollständig?”

Ein Plädoyer, die Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik nicht realistisch-ontologisch zu interpretieren
  • Holm Tetens
Aufsätze
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Summary

This paper examines the three central theses of the Copenhagen interpretation of quantum mechanics. (1) Quantum mechanics must make use of concepts of classical physics; (2) descriptions which in classical physis are mutually exclusive are complementary descriptions of the same objects in quantum mechanics; (3) the uncertainty relations are natural laws which determine the limits of the application of classical concepts to micro-physical objects. Usually, these central theses of the Copenhagen interpretation are interpreted in a realistic-ontological manner. This paper criticizes this position, and, by means of a comparative investigation of the function of models in classical physics and quantum mechanics, proposes a model-theoretic interpretation. This interpretation lays special stress on the fictional status of models in quantum mechanics.

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Literature

  1. 1.
    Vgl. dazu Holm Tetens, Der Status des Massen- und Kraftbegriffs in einer technikorientierten Interpretation der klassischen Mechanik, in: W. Balzer/A. Kamlah (Hrsg.), Aspekte der physikalischen Begriffsbildung, Braunschweig/Wiesbaden 1979.Google Scholar
  2. 2.
    Heinrich Hertz, Die Prinzipen der Mechanik, Leipzig 1894, unveränderter fotomechanischer Nachdruck, Darmstadt 1963, Einleitung, S. 1.Google Scholar
  3. 3.
    Die schematisierten Darstellungen der Experimente sind entnommen dem Buch von Arthur Beiser, Atome, Moleküle, Festkörper, Braunschweig/Wiesbaden 1983.Google Scholar
  4. 4.
    Die Unterscheidung von Anfangs-, Steuerungs- und Zielapparatur ist ähnlich der Unterscheidung von Präparierapparaten und Registrierapparaten, wie sie G. Ludwig benutzt. Vgl. dazu etwa G. Ludwig, Einführung in die Grundlagen der Theoretischen Physik, Band III, Düsseldorf 1976.Google Scholar
  5. 5.
    Den Ausdruck „Rateweg“ benutzt G. Ludwig, siehe 4).Google Scholar
  6. 6.
    In einem Forschungsprogramm wird im wesentlichen vorab festgelegt, für welche Größen überhaupt Verlaufsgesetze aufzustellen sind und was sich aus den Zielsetzungen der Theorie, den methodologischen Prinzipien des Experimentierens usw. daraus bereits für die Form der Verlaufsgesetze ergibt. Das Forschungsprogramm leitet dann die experimentelle Meßempirie an und verhindert, daß das Experimentieren und Messen ein kopfloses und wahlloses Herumprobieren wird. Zum Forschungsprogramm der klassischen Physik vgl. Holm Tetens, Rationale Dynamik, in: Philosophia Naturalis, Bd. 22, Heft 1, 1985.Google Scholar
  7. 7.
    Niels Bohr, Atomtheorie und Mechanik, in: Bohr, Atomtheorie und Naturbeschreibung, Berlin 1931, S. 24.Google Scholar
  8. 8.
    „Das Bohrsche Korrespondenzprinzip besagt in seiner allgemeinsten Fassung daß eine bis in die Einzelheiten durchführbare qualitative Analogie besteht zwischen der Quantentheorie und der zu dem jeweils verwendeten Bild gehörigen klassischen Theorie. Diese Analogie dient nicht nur als Wegweiser zum Auffinden der formalen Gesetze, ihr besonderer Wert liegt vielmehr darin, daß sie gleichzeitig die physikalische Interpretation der gefundenen Gesetze liefert.“ So Heisenberg in seinem Buch, Physikalische Prinzipien der Quantentheorie, B. I.-Hochschultaschenbuch Bd. 1, S. 78.Google Scholar
  9. 9.
    Das ist die Formulierung für die Vollständigkeit einer Theorie aus dem berühmten Aufsatz von Einstein, Podolsky, Rosen, Can Quantum-Mechanical Description be Considered Complete? in: Physical Review, Vol 47 (1935), S. 777.Google Scholar

Copyright information

© Franz Steiner Verlag Wiesbaden GmbH 1986

Authors and Affiliations

  • Holm Tetens
    • 1
  1. 1.Institut für Philosophie der Philipps-Universität MarburgMarburg

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