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Zur Reaktionskinetik der Thrombinwirkung

  • Edgar Wöhlisch
  • Walter Diebold
  • Otto Kiderlen
Article

Zusammenfassung

Auf dem Gebiete der Reaktionskinetik des Thrombins fehlt bisher völlig ein Fundament sichergestellter Tatsachen, da die Angaben verschiedener Untersucher dergleichen Frage einander vielfach widersprechen. Unaufgeklärt waren vor allem die beiden Grundfragen:
  1. 1.

    ob eine Erhöhung der Substratkonzentration einen fördernden oder hemmenden Einfluß auf den Ablauf der Gerinnung ausübt;

     
  2. 2.

    ob die Temperatur in dem Gebiete zwischen etwa 17° und 41° C einen Einfluß auf die Reaktionsgeschwindigkeit hat oder nicht.

     
Da wir als die Hauptursache für die in der Blutgerinnungsliteratur bestehenden zahlreichen Widersprüche das Arbeiten an chemisch und physikalisch unzureichend definierten Systemen ansehen, wurden in der vorliegenden Arbeit diese beiden Fragen erstmalig an Lösungen untersucht, deren prozentualer Fibrinogengehalt genau bekannt war. Es gelang tatsächlich auf diesem Wege eine Aufklärung durch die folgenden Feststellungen:
  1. Zu 1.

    Die Erhöhung der Fibrinogenkonzentration im Gerinnungssystem hat bis herauf zu Werten von etwa 0,3–0,4% einen fördernden, oberhalb dieses Wertes dagegen einen hemmenden Einfluß auf die Gerinnungsreaktion. Die optimale Fibrinogenkonzentration entspricht ungefähr der Blutkonzentration dieses Proteins.

     
  2. Zu 2.

    Der Einfluß der Temperatur auf die Reaktionsgeschwindigkeit ist Funktion der Substratkonzentration: er nimmt mit sinkendem Fibrinogengehalt des Systems mehr und mehr ab, um bei einem bestimmten Werte völlig zu verschwinden. Es liegt hier offenbar eine gegenseitige Kompensation zweier antagonistischer Temperatureinflüsse vor. Eine hypothetische Deutung dieser Befunde ist an Hand der Theorie der Fermentkinetik vonMichaelis möglich.

     

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Schrifttum

  1. 1.
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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1936

Authors and Affiliations

  • Edgar Wöhlisch
    • 1
  • Walter Diebold
    • 1
  • Otto Kiderlen
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut der Universität WürzburgDeutschland

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