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über den Einflu\ langedauernder UnterernÄhrung auf die bedingten Speichelreflexe

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Zusammenfassung und Schlu\folgerungen

  1. 1.

    Ein lange Zeit der normalen Nahrung entbehrendes Tier zeigt, wie schon lange aus der direkten Beobachtung bekannt, betrÄchtliche Abweichungen vom normalen Typus der TÄtigkeit der vordersten Abschnitte des Zentralnervensystems. Das ist aber besonders bei der Untersuchung dieser TÄtigkeit nach der Methode der bedingten Speichelreflexe gut wahrnehmbar, selbst dann, wenn die übrigen Abweichungen noch nicht in die Augen springen.

  2. 2.

    Die AbnormitÄt der TÄtigkeit des höchsten Abschnittes des Zentralnervensystems Äu\ert sich in Form des Auftretens eines schlÄfrigen Zustandes, welcher immer mehr zunimmt und die TÄtigkeit der Gro\hirnhemisphÄren beeintrÄchtigt.

  3. 3.

    Bei andauernder UnterernÄhrung nimmt diese SchlÄfrigkeit allmÄhlich zu; dabei erweisen sich alle Mittel, welche den schlÄfrigen Zustand bekÄmpfen sollen und in anderen FÄllen von Nutzen sind, als fruchtlos.

  4. 4.

    Im Zusammenhang mit der erwÄhnten SchlÄfrigkeit leiden alle höchsten Prozesse des Zentralnervensystems, in erster Linie aber wird der Vorgang der inneren Hemmung abgeschwÄcht; er wird gleichsam in hohem Grade diffus und lÄ\t sich weder in der Zeit noch im Raum konzentrieren. Das gibt sich in der Unmöglichkeit kund, die sog. „Weiterstellung“ des bedingten Reflexes auf eine mehr oder minder lange dauernde Zeitspanne (z. B. auf 30 Sek.), die bei anderen (gesunden) Tieren gut möglich ist, auszuführen.

  5. 5.

    Bei weiterer Zunahme der SchlÄfrigkeit leiden auch die Prozesse, welche mit Erregungserscheinungen verbunden sind: Der bedingte Reflex lÄ\t sich nur mit au\erordentlicher Schwierigkeit bilden, und, hat er sich gebildet, so ist er Äu\erst inkonstant.

  6. 6.

    In der folgenden Phase verschwinden die künstlichen bedingten Speichelreflexe gÄnzlich, wÄhrend die natürlichen Speichelreflexe noch gut ausgeprÄgt bleiben und das übliche Bild des „Erlöschens“ geben. Unter dem Einflu\ der Fütterung lassen sie sich wieder herstellen.

  7. 7.

    In der dem Tode vorausgehenden Periode nehmen die natürlichen bedingten Reflexe auch wahrnehmbar ab, wÄhrend die unbedingten Speichelreflexe bestehen bleiben und sich nur quantitativ bis zum letzten Lebenstage verringern.

  8. 8.

    Die Reihenfolge des Verschwindens der Speichelreflexe beim an UnterernÄhrung zugrundegehenden Tier findet in der umgekehrten Reihenfolge ihrer Entwicklung in der frühesten Lebensperiode der Tiere statt.

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Froloff, J.P. über den Einflu\ langedauernder UnterernÄhrung auf die bedingten Speichelreflexe. Pflügers Arch. 207, 343–350 (1925). https://doi.org/10.1007/BF01740365

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