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Zur Fütterungswirkung von Schilddrüse und Jodpräparaten auf Froschlarven

  • R. H. Kahn
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Zusammenfassung

Es werden Auszüge aus den Protokollen und Resultate langjähriger Fütterungsversuche an Froschlarven mit Schilddrüsensubstanz, deren Derivaten und mit Jodpräparaten mitgeteilt, welche zeigen, daß
  1. 1.

    bei Anwendung dieser Substanzen eine stürmisch verlaufende, rasch zur Verbildung des Körpers und zum Tode führende und eine sich milde vollziehende, nach längerer Zeit zur Produktion zwerghafter, aber gut ausgebildeter Formen führende Beschleunigung der Entwickelung zu unterscheiden sind, welche nicht ohne weiteres auf eine verschiedene Menge des angewendeten Jodes zu beziehen sind;

     
  2. 2.

    die Wirkung der Verfütterung von Substanz derBasedow-Schilddrüse hinter jener der normalen Schilddrüse weit zurücksteht:

     
  3. 3.

    sich bei entsprechend sorgfältiger Entnahme von Venenblut der Schilddrüse des Hundes eine Fütterungswirkung auf Froschlarven nicht nachweisen läßt;

     
  4. 4.

    sich die vonA. Jarisch gefundene Abhängigkeit des Ausmaßes der Schilddrüsenwirkung von der Ernährung (mit Eiweiß, Fett bzw. Kohlenhydrat) zwar im allgemeinen bestätigen läßt, aber sehr von den speziellen Versuchsbedingungen abhängt:

     
  5. 5.

    eine die Wirksamkeit auch kleiner Dosen von Schilddrüse hemmende Wirkung des Antithyreoidins (Moebius) nicht konstatiert werden konnte;

     
  6. 6.

    die Verfütterung der Leibessubstanz von Froschlarven, welche sich nach Schilddrüsengaben auf der Höhe stürmischer Entwicklung befanden, an andere Froschlarven bei diesen ganz wirkungslos blieb;

     
  7. 7.

    von den zahlreich untersuchten, künstlich jodierten Stoffen sich die meisten als wirkungslos erwiesen, und nur die im Handel erhältlichen Präparate, Jodalbazid und Jodglidine sowie ein leicht selbst zu bereitendes Jodmehl, von ausgezeichneter Wirkung waren und sich also in dieser Hinsicht der bekannten Wirksamkeit des Dijodtyrosins und-tyramins anschließen;

     
  8. 8.

    die Anwendung anorganischen Jodes in Form von Jodtinktur bei gleichzeitiger Mehlfütterung von starkem Einflusse auf Wachstum und Differenzierung sich erweist.

     

Es ergibt sich hieraus die Anschauung, daß die Wirksamkeit verfütterter Schilddrüse nicht so sehr als eine bloße Jodwirkung aufzufassen ist, oder vornehmlich von dem Einfluß des jodierten Eiweißes oder dessen Derivaten abhängt, als vielmehr daß dieselbe als der Ausdruck einer bestimmten Art der Verknüpfung zu betrachten ist, welche das Jod an das Substratmolekül je nach dessen Konstitution bindet.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1924

Authors and Affiliations

  • R. H. Kahn
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut der deutschen Universität in PragTschechoslowakei

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