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Die Lösung der Muskelstarre und die Beziehungen zwischen Quellung und Gerinnung des Muskeleiweiß

  • Hans H. Weber
Article

Zusammenfassung

Osmometerversuche mit für Eiweiß völlig oder fast völlig undurchgängigen, für Salze und Wasser durchgängigen Kollodiummembranen ergaben:

  1. 1

    Für die Erklärung der Starrelösung kommt keinerlei Entquellung in Frage, da bei Ausschaltung des Eiweißverlustes die Quellung des Muskels innerhalb der in Betracht kommenden Zeiträume dauernd zunimmt (Versuchsreihe 1, 2 und 3).

     
  2. 2

    Eine etwa auftretende Gerinnung (sowohl Spontan- wie Hitzekoagulation) führt keinerlei Entquellung herbei (S. 194 und Versuchsreihe 4 und 5). Vielmehr nimmt infolge des Erhitzens die Quellung, unter Umständen sogar auch die schon geronnenen (Versuchsreihe 6) Eiweißes durch die dabei entwickelte Milchsäure erheblich zu. Die Gerinnung vollzieht sich nur an den Neutralpartikeln, die an der Wasserbindung des Muskels nicht meßbar beteiligt sind.Von Fürths Annahme eines Zusammenhanges zwischen Gerinnung und Entquellung erklärt sich aus der irrigen Deutung des Gewichtsverlustes, der nicht auf einem Wasser-, sondern auf einem Substanzverlust durch Austritt verflüssigten Eiweißes beruht.

     
  3. 3

    Daß dieser Substanzverlust tatsächlich durch Zerquellung hervorgerufen wird, zeigt die Beobachtung, daß bei länger dauernder Quellung (oder Erhitzung) sich unter der Membran mindestens ebenso viel flüssig ausgetretenes Eiweiß befindet, wie noch äußerlich erhaltener Muskel. Bei Verhinderung der Wasseraufnahme durch Verwendung wasserundurchgängiger Membranen tritt ein spontaner Flüssigkeitsaustritt nicht ein, wohl aber, wenn auch in geringem Umfang, beim Erhitzen. Dies zeigt das Bestehen einer gewissen Zerquellung auch ohne Wasseraufnahme von außen und ist eine weitere Stütze der Theorie,daß die Lösung der Totenstarre auf einer (durch Milchsäureanhäufung bedingten) Zerquellung der kontraktilen Struktur beruht.

     

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1921

Authors and Affiliations

  • Hans H. Weber
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut der Universität RostockDeutschland

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