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Plasmolyseform und Ätherwirkung

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Zusammenfassung

  1. 1.

    Die Plasmolyseform von Spirogyra varians wird nach 1/2-bis mehrstündigem Einfluß von 2 proz. Ätherwasser wesentlich verändert. Während die Kontrollspirogyren (in 2 proz. Rohrzuckerlösung) eckige Plasmolyseform aufweisen (Abb. 1), zeigen die Ätherspirogyren im gleichen Plasmolyticum konvexe Plasmolyseform (Abb. 2).

  2. 2.

    Der Unterschied in der Plasmolyseform wird bei Dunkelfeldbeleuchtung noch auffälliger, indem hier an den plasmolysierten Kontrollzellen starke Protoplasmafadenbildung zu sehen ist (Abb. 3), an den Ätherzellen aber nicht.

  3. 3.

    Nach den bisherigen Erfahrungen der Plasmolyseformuntersuchungen weist dieser Formunterschied auf folgende Veränderung des lebenden Protoplasten hin: Die Protoplasmagrenzschicht der ätherfreien Zellen besitzt eine relativ hochviscose Konsistenz und kann sich daher bei Plasmolyse nur schwer und unter starkem Fadenziehen von der Membran abheben: Hohe Klebrigkeit und „Adhäsion“ der „Hautschicht“. Die Protoplasmagrenzschicht der Ätherzellen besitzt eine relativ niedrigviscose Konsistenz und kann sich daher leicht und ohne Fadenziehen von der Membran loslösen: Geringe Klebrigkeit und „Adhäsion“ der „Hautschicht“.

  4. 4.

    Demnach setzt der Äther bei der verwendeten Dosis und Einwirkungsdauer die Viscosität der Protoplasmagrenzschicht („Hautschicht“) herab, verringert ihre Klebrigkeit und „Adhäsion“.

  5. 5.

    Es ist wahrscheinlich, daß dieser reversible, viscotische (protoplasmagellösende) Effekt der narkotisch-lähmenden Phase der Ätherwirkung entspricht.

  6. 6.

    Zentrifugierungsversuche zeigen auf, daß das „Endoplasma“ durch die verwendete Ätherdosis im gleichen Sinne wie das „Ektoplasma“ verändert wird, nämlich eine Erniedrigung der Viscosität erfährt.

  7. 7.

    Versuche mit Stengelzellen von Callisia repens führten zu analogen Ergebnissen (Abb. 6 u. 7), desgl. auch Versuche mit Elodeablattzellen.

  8. 8.

    Für das Callisia-Material steht es fest, daß gleichzeitig mit dem Auftreten der Viscositätsverminderung der Protoplasmagrenzschicht eine Erhöhung der Permeabilität für Harnstoff sich einstellt.

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Weber, F. Plasmolyseform und Ätherwirkung. Pflügers Arch. 208, 705–717 (1925). https://doi.org/10.1007/BF01722274

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