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Über Schädelfrakturen beim Neugeborenen und ihre klinische Bedeutung

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Zusammenfassung

Traumen der knöchernen Schädelkapsel des Fetus in utero können sich sowohl bei Spontanentbindungen als bei operativen Entbindungen und bei operativen Entbindungsversuchen ereignen. Durch das Trauma braucht der Tod des Kindes nicht unmittelbar herbeigeführt zu werden. Die Lebensäußerungen des Kindes können vielmehr auch bei gleichzeitig vorhandenen intrakraniellen Blutungen völlig unverändert bis zum Abschluß der Geburt und darüber hinaus bleiben. Auf Grund der pathologisch-anatomischen Untersuchungen läßt sich mit Wahrscheinlichkeit annehmen, daß in allen Fällen, wo eine intrakranielle Kompression des Gehirns fehlt und wo der Hirnstamm sowie die Nervenzentren von Blutungen frei bleiben, zunächst eine Änderung der Lebensäußerungen des Kindes nicht auftritt. Die unkomplizierten Traumen der Schädelkapsel, d. h. solche ohne gleichzeitige intrakranielle Schädigung sind ausgesprochen symptomarm, bedürfen keiner Behandlung und heilen rasch ohne Hinterlassung röntgenologisch nachweisbarer Residuen. Es ist wahrscheinlich, daß aus diesem Grund die unkomplizierten Verletzungen der Schädelkapsel häufiger sind, als gewöhnlich angenommen wird. Röntgenologische Reihenuntersuchungen aller Kinder, die eine schwere Geburt durchgemacht haben, können erst über den wahren Grad der Häufigkeit und der klinischen Bedeutung der Schädelfrakturen Auskunft geben. In einem eigenen Fall von Schädelfraktur nach vergeblichem Zangenversuch außerhalb der Klinik zeigte das Kind bei einer Nachuntersuchung nach über 5 Jahren keinerlei Folgeerscheinungen der Fraktur. In allen fällen, wo Erscheinungen des sich steigernden Hirndrucks auftreten oder eine Kompressionsfraktur besteht, erscheint ein chirurgisches Eingreifen allein zweckmäßig und erfolgversprechend. Von den Folgeerscheinungen der Schädelfrakturen ist bisher nur die Meningocele spuria traumatica bekannt.

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Erbslöh, J. Über Schädelfrakturen beim Neugeborenen und ihre klinische Bedeutung. Arch. Gynak. 165, 76–94 (1938). https://doi.org/10.1007/BF01714405

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