Journal für Ornithologie

, Volume 102, Issue 4, pp 476–483 | Cite as

Über den Kranichzug im mittleren Westfalen

  • Horst Mester
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Zusammenfassung

  1. 1.

    Bei der Zusammenfassung der Kranich-Beobachtungen aus 13 Jahren (1948–1960) im mittleren Ruhrtal fällt an der Herbstzugperiode der große Anteil der Novemberdaten auf. Der etwas stärker hervortretende Frühjahrszug kulminiert deutlich in der mittleren Dekade des März. Die Truppstärke war beim Heimflug im Mittel etwas höher als beim Wegflug.

     
  2. 2.

    Die nachts wandernden Scharen machten etwa 10% aller Feststellungen aus. Vielleicht liegt diese Zahl im Frühling höher als beim Wegzug; ihre tatsächliche Häufigkeit kann durch solche Ziffern aber sicher nur angedeutet werden. Mehr als die Hälfte der Rückkehrenden berührte zwischen 16 Uhr und der Abenddämmerung unser Gebiet; im Herbst aber liegt der Gipfel des Durchzuges in den Vormittagsstunden.

     
  3. 3.

    Ein über Mittag gegen starken Wind reisender Kranichkeil erreichte eine durchschnittliche Geschwindigkeit von nur wenig mehr als 20 Stundenkilometern, unterbrach seinen Flugweg allerdings auch häufiger durch Höherkreisen.

     
  4. 4.

    Der Mittelgebirgsrand hat deutliche Leitlinienwirkung auf die Wanderer, wie insbesondere das Beispiel starken Richtungskonfliktes einer im Herbst schräg von NO auf das Ruhrtal treffenden Kranichschar zeigte. Im Oktober wurde auch einmal „umgekehrter Zug“ (nach O) festgestellt.

     
  5. 5.

    Das nicht sehr starke Überwiegen des Durchzuges im Frühjahr gegenüber dem Herbst mag durch die Lage des Beobachtungsraumes verursacht sein. Das mittlere Westfalen befindet sich gewiß nördlich von der „idealen Mitte“ der flachen Zugschleife des Kranichs, dessen „realer“ Zugweg über deutschem Gebiet im Frühjahr etwas weiter nördlich liegt als im Herbst. Möglicherweise verschleiert die „abschirmende“ Wirkung der südlich des kontrollierten Gebietes liegenden Sauerländer Berge noch das Bild, wie andererseits an ihrem Rande sich der Herbstzug etwas staut.

     

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Schrifttum

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Copyright information

© Verlag der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft 1961

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  • Horst Mester

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