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Theoretische Grundlagen der Blindverbrauchsmessung im Dreileiter-Drehstrom mit Ferrariszählern

Schlußwort

Die Untersuchung der verschiedenen Kunstschaltungen hat ergeben:

  1. 1.

    Wie zu erwarten, zeigt der Zähler ohne Rücksicht auf Netzunsymmetrien richtig, der sich hinsichtlich seiner Schaltung an die Gleichung für die Blindleistung im Dreileiter-Drehstromnetz am engsten anlehnt. Das ist der Zähler mit Nebenschluß zu den Stromspulen, der die in der Gleichung geforderten Spannungen benutzt und dessen Stromspulen von einem Teil der durch die Gleichung vorgeschriebenen Ströme erregt sind.

  2. 2.

    Alle übrigen Zähler, welche eine Kunstschaltung derart anwenden, daß die 1800 Abgleichung durch Benutzung anderer, gegen die vorgeschriebenen Spannungen nacheilend verschobenen Spannungen erzielt wird, wobei der Abgleichwinkel von 1800 durch entsprechende Verschiebung eingehalten wird, zeigen mehr oder weniger große Fehler.

  3. 3.

    Ist die Belastung gleichmäßig und rein ohmisch, so ergeben sich für die Zähler mit einer von 900 verschiedenen Verschiebung theoretisch unendlich große Fehler, praktisch sind diese jedoch Null, da das durch die Netzunsymmetrie auftretende Drehmoment das Anlaufmoment unterschreitet.

  4. 4.

    Bedeutende Fehler treten auf, wenn eine Phase ausgefallen ist. Sie steigen, wie zu erwarten, mit abnehmender Phasenverschiebung im Netz und werden unendlich, wenn diese Null ist. Es erschien angebracht, für diesen Fall bei Nennstrom die Anzeige in Prozent der Nennlast anzugeben.

  5. 5.

    Die vorliegenden Erörterungen zeigen weiter, daß die Angabe der Unsymmetrie eines Drehstromnetzes in Prozenten nicht hinreicht, sich ein Urteil über die zu erwartenden Fehler zu bilden, sondern es ist die Phasenverschiebung zwischen den gegenläufigen symmetrischen Systemen von bestimmendem Einfluß.

  6. 6.

    Die Gleichungen für die Anzeige der einzelnen Zähler sind in eine Form gebracht worden, die es gestattet, mit Hilfe der unmittelbar meßbaren Größen zu arbeiten.

  7. 7.

    Aus zwei Gründen wäre es unzulässig, aus den Ergebnissen der Arbeit eine einseitige Bevorzugung des Zählers mit Nebenschluß zu den Stromspulen herzuleiten: einmal wird überall da, wo Blindverbrauch gemessen wird, d. i. vor allem bei größeren, sich gegenseitig beliefernden Werken, eine so weitgehend gleichmäßige Last vorhanden sein, daß die Gleichungen für einseitige Last außer bei Störungsfällen keine Anwendung finden. Weiterhin ist geltend zu machen, daß die Tarife für den Blindverbrauch eine so präzise Messung gar nicht erfordern, denn die Berechnung des Blindverbrauches ist gegenüber dem Wirkverbrauch nur als Korrekturgröße anzusehen.

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Hauffe, G. Theoretische Grundlagen der Blindverbrauchsmessung im Dreileiter-Drehstrom mit Ferrariszählern. Archiv f. Elektrotechnik 22, 542–567 (1929). https://doi.org/10.1007/BF01656115

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