Journal für Ornithologie

, Volume 118, Issue 4, pp 416–435

Der Einfluß einzelner Wetterfaktoren auf den Herbstzug der Singdrossel(Turdus philomelos) über der Deutschen Bucht

  • Gudrun Hilgerloh
Article

DOI: 10.1007/BF01643124

Cite this article as:
Hilgerloh, G. J Ornithol (1977) 118: 416. doi:10.1007/BF01643124

Zusammenfassung

1. Der Untersuchung wurden die täglich auf Helgoland gefangenen Singdrosseln aus 6 Herbstzugperioden zugrunde gelegt.

2. Die Aktivitätswahrscheinlichkeit wird als die Wahrscheinlichkeit definiert, mit der ein noch im Aufbruchgebiet befindlicher Vogel zum Zug übergeht. Die aufgrund des Datums zu erwartende Aktivitätswahrscheinlichkeit wird in Form einer Regressionsgeraden berechnet.

3. Es wurde versucht, die täglichen Abweichungen der beobachteten Aktivitätswahrscheinlichkeit von dieser Regressionsgeraden durch das Wetter unter Verwendung multipler linearer Regressionsanalysen zu erklären.

4. Der Erkenntnis, daß der Zusammenhang zwischen der Aktivitätswahrscheinlichkeit und dem Wetter nicht linear sein muß, wurde durch die Einführung quadratischer Glieder Rechnung getragen.

5. Am besten lassen sich die täglichen Schwankungen der Aktivitätswahrscheinlichkeit aufgrund des Windes vorhersagen. Weitere Analysen haben gezeigt, daß Singdrosseln am ehesten bei nordöstlichen Winden ziehen. Da sich die Herkunftsgebiete der Singdrosseln in nordöstlicher Richtung befinden, können wir davon ausgehen, daß die Singdrosseln auf ihrem Zug Rückenwind bevorzugen.

Die Aktivitätswahrscheinlichkeit läßt sich am besten voraussagen, wenn die Angaben über den Windverlauf der ganzen Nacht zugrunde gelegt werden. Die günstigsten Zugbedingungen scheinen somit durch eine gleichmäßige Luftströmung aus nordöstlichen Richtungen gegeben zu sein. Weiterhin lag eine negative Korrelation der Aktivitätswahrscheinlichkeit mit der relativen Feuchte, der Temperatur, der Bedeckung und dem Regen und eine positive Korrelation mit dem Luftdruck vor.

The influence of weather factors on the migratory activity of songthrushes(Turdus philomelos) crossing the Deutsche Bucht in autumn

Summary

1. This analysis is based upon the daily captures of songthrushes, which were made during 6 periods of autumn migration on the island of Heligoland.

2. The probability of migratory activity is defined as the likelihood for a bird that is still in the departure area to begin migrating. The expected probability of migratory activity is calculated as a linear regression function of the date.

3. Using multiple linear regression analyses, we attempt to find the weather factors responsible for the daily deviations of the probability of migratory activity from this regression line.

4. By introducing square terms, we have accounted for the fact that the connection between the probability of migratory activity and weather is not necessarily linear.

5. The best prediction of the daily fluctuations of the probability of migratory activity can be made by the wind. Further analysis has shown that songthrushes are most likely to migrate with winds from northeast. The departure areas of the songthrushes being to the northeast, we can assume that on migration songthrushes prefer tailwinds.

Highest correlation coefficients have been obtained by using the development of the wind during the whole night. Therefore, it seems that the best conditions for migration are present when there is a steady airstream from northeast.

Furthermore, there is a negative correlation of the probability of migratory activity with relative humidity, temperature, overcast and rain and a positive correlation with pressure.

Copyright information

© Verlag der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft 1977

Authors and Affiliations

  • Gudrun Hilgerloh
    • 1
    • 2
  1. 1.Aus dem Institut für HaustierkundeKiel
  2. 2.Schweizerische VogelwarteSempach

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