Protoplasma

, Volume 28, Issue 1, pp 262–272 | Cite as

Untersuchungen über einseitige Permeabilität

II. Mitteilung: Über die Beteiligung elektrischer Kräfte an der einseitigen Permeabilität der Froschhaut
  • D. L. Rubinstein
  • Vera Pevsner
Abhandlungen

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die einseitige Permeabilität ist keine allgemeine Eigenschaft der Froschhaut, sondern tritt an ihr nur bei einer sehr beschränkten Gruppe von Stoffen in Erscheinung, die durch bestimmte chemische bzw. physiko-chemische Eigenschaften ausgezeichnet sind.

     
  2. 2.

    Bei Fixierung der Froschhaut mit Alkohol oder Formalin verschwindet ihre einseitige Permeabilität gegenüber den untersuchten Farbstoffen (Methylenblau, Thionin, Toluidinblau), die nunmehr in den beiden Richtungen durchtreten.

     
  3. 3.

    Bei Beseitigung ihrer elektrischen Potentiale bewahrt die Froschhaut eine ausgeprägte einseitige Permeabilität gegenüber den untersuchten Farbstoffen — einerlei ob die Aufhebung der Hautpotentiale in einer isotonischen KCl-Lösung reversibel erfolgte, oder ob sie mit einer (durch einen längeren Aufenthalt in destilliertem Wasser oder reiner KCl-Lösung verursachten) irreversiblen Schädigung der Haut einhergeht. Man darf also die einseitige Permeabilität nicht als eine elektrische Überführung deuten, bei der beliebige Stoffe je nach ihrer elektrischen Ladung „anodisch“ oder „kathodisch“ durch die Haut wandern.

     
  4. 4.

    Die einseitige Permeabilität wird von uns durch chemische Veränderung des durchtretenden Stoffes erklärt, die dieser an den entgegengesetzten Oberflächen der Gewebemembran erleidet. Infolge einer solchen chemischen Umwandlung (undissoziierter Farbstoff—Farbion, oxydierter Farbstoff—Leukoform, Hexose—Hexosephosphat, usw.) gelangen an die entgegengesetzten Seiten der halbdurchlässigen Membran — statt eines und desselben — zwei verschiedene Stoffe, die dann natürlich ungleich schnell durch die Membran diffundieren.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Amson, K, Pflügers Archiv225, 461, 1930.CrossRefGoogle Scholar
  2. Bauer, V., Pflügers Archiv209, 301, 1925.CrossRefGoogle Scholar
  3. Eckstein, A., Pflügers Archiv237, 125, 1936.CrossRefGoogle Scholar
  4. Gellhorn, E., Das Permeabilitätsproblem. Berlin 1929.Google Scholar
  5. Hevesy, G., Naturwissensch. H. 46, 775, 1935.CrossRefGoogle Scholar
  6. —, Hofer, E. a. Krogh, A., Skand. Arch. Physiol.72, 199, 1935.CrossRefGoogle Scholar
  7. Huf, E., Pflügers Archiv237, 143, 1936 (a).CrossRefGoogle Scholar
  8. —, Protoplasma26, 614, 1936 (b).CrossRefGoogle Scholar
  9. Jeker, L., Pflügers Archiv237, 1, 1936.CrossRefGoogle Scholar
  10. Jurišić, P., Protoplasma21, 511, 1934.CrossRefGoogle Scholar
  11. Keller, R., Die Elektrizität in der Zelle. Mährisch-Östrau 1925.Google Scholar
  12. Leuthardt, Fr. u. Zeller, A., Pflügers Archiv234, 369, 1934.CrossRefGoogle Scholar
  13. McDougall, E. u. Verzár, F., Pflügers Archiv,236, 321, 1935.CrossRefGoogle Scholar
  14. Michaelis, L., Oxydations-Reduktions-Potentiale. Berlin 1929.Google Scholar
  15. Niina, T., Pflügers Archiv204, 332, 1924.CrossRefGoogle Scholar
  16. Reid, E., British Medical Journal 323, 1892.Google Scholar
  17. Rubinstein, D. L. u. Miskinowa, T., Protoplasma25, 56, 1936.CrossRefGoogle Scholar
  18. Wertheimer, E., Pflügers Archiv199, 383;209, 493; 1923, 1925.CrossRefGoogle Scholar
  19. Wilbrandt, W. u. Laszt, L., Biochem. Zeitschr.259, 398, 1933.Google Scholar

Copyright information

© Verlag Von Gebrüder Borntraeger 1937

Authors and Affiliations

  • D. L. Rubinstein
    • 1
  • Vera Pevsner
    • 1
  1. 1.Abteilung für biologische Physico-Chemie des Instituts für experimentelle MedizinW. I. E. M.MoskauRussia

Personalised recommendations