Untersuchungen über einseitige Permeabilität
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Zusammenfassung
- 1.
Die einseitige Permeabilität ist keine allgemeine Eigenschaft der Froschhaut, sondern tritt an ihr nur bei einer sehr beschränkten Gruppe von Stoffen in Erscheinung, die durch bestimmte chemische bzw. physiko-chemische Eigenschaften ausgezeichnet sind.
- 2.
Bei Fixierung der Froschhaut mit Alkohol oder Formalin verschwindet ihre einseitige Permeabilität gegenüber den untersuchten Farbstoffen (Methylenblau, Thionin, Toluidinblau), die nunmehr in den beiden Richtungen durchtreten.
- 3.
Bei Beseitigung ihrer elektrischen Potentiale bewahrt die Froschhaut eine ausgeprägte einseitige Permeabilität gegenüber den untersuchten Farbstoffen — einerlei ob die Aufhebung der Hautpotentiale in einer isotonischen KCl-Lösung reversibel erfolgte, oder ob sie mit einer (durch einen längeren Aufenthalt in destilliertem Wasser oder reiner KCl-Lösung verursachten) irreversiblen Schädigung der Haut einhergeht. Man darf also die einseitige Permeabilität nicht als eine elektrische Überführung deuten, bei der beliebige Stoffe je nach ihrer elektrischen Ladung „anodisch“ oder „kathodisch“ durch die Haut wandern.
- 4.
Die einseitige Permeabilität wird von uns durch chemische Veränderung des durchtretenden Stoffes erklärt, die dieser an den entgegengesetzten Oberflächen der Gewebemembran erleidet. Infolge einer solchen chemischen Umwandlung (undissoziierter Farbstoff—Farbion, oxydierter Farbstoff—Leukoform, Hexose—Hexosephosphat, usw.) gelangen an die entgegengesetzten Seiten der halbdurchlässigen Membran — statt eines und desselben — zwei verschiedene Stoffe, die dann natürlich ungleich schnell durch die Membran diffundieren.
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