Protoplasma

, Volume 12, Issue 1, pp 129–140 | Cite as

Harnstoff-Permeabilität ungleich alter Spirogyra-Zellen

  • Friedl Weber
Abhandlungen

Zusammenfassung

In den Fäden vonSpirogyra sp. (crassa?) verhalten sich die Zellen gegenüber Harnstofflösungen vollkommen verschieden.

Die einen Zellen sind für Harnstoff „impermeabel“; sie lassen sich in hypertonischen Harnstofflösungen plasmolysieren, die Plasmolyse geht nicht merklich zurück; diese Zellen bleiben in der Harnstofflösung lange am Leben, sie sind gegenüber Harnstoff „resistent“.

Die anderen Zellen sind für Harnstoff „permeabel”; es kommt daher in hypertonischen Harnstofflösungen zu keiner Plasmolyse; diese Zellen sterben in der Harnstofflösung rasch ab, sie sind gegenüber Harnstoff nicht „résistent“.

Harnstoff-impermeabel sind im allgemeinen die „jungen“ Zellen, die erst durch Teilung entstanden und noch nicht herangewachsen sind.

Harnstoff-permeabel sind im allgemeinen die „alten“ Zellen, die sich schon länger nicht geteilt haben und herangewachsen sind.

Von diesen beiden Regeln gibt es verschiedene Ausnahmen; besonders beachtenswert ist es, daß von den beiden Tochterzellen ein und derselben Mutterzelle nicht selten die eine Harnstoff-permeabcl, die andere impermeabel ist.

Es kommen auch Zellen vor, die zwar in Harnstofflösungen zunächst plasmolysieren, deren Plasmolyse aber rasch zurückgeht. Meist zeigen solche Zellen einseitige Plasmolyse und zwar ist dann der negative Plasmolyseort an der älteren Querwand gelegen; von dieser Stelle aus dringt der Harnstoff in diese Zellen ein; an dieser Stelle tritt auch der Protoplasten-Tod zuerst ein und das Absterben schreitet dann allmählich nach dem entgegengesetzten Ende der Zelle hin fort.

Die Lage des negativen Plasmolyse-Ortes wechselt mit dem Alter der Zelle.

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Literatur

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Copyright information

© Verlag Von Gebrüder Borntraeger 1931

Authors and Affiliations

  • Friedl Weber
    • 1
  1. 1.Pflanzenphysiologischen Institut der Universität GrazÖsterreich

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