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Protoplasma

, Volume 30, Issue 1, pp 273–282 | Cite as

Protoplasmatik der Stomata-Zellen der Gleitzone der Nepenthes-Kanne

  • Lotte Reuter
Abhandlungen
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Zusammenfassung

Die Untersuchung der Protoplasmatik der „halbmondförmigen“ Zellen der Gleitzone der Kannen vonNepenthes Allardii ließ in folgenden Eigenschaften eine Übereinstimmung dieser Zellen mit den funktionierenden Schließzellen der Blattlamina erkennen.
  1. 1.

    Im Vergleich zu den Epidermiszellen ließ sich bei den „halbmondförmigen“ Zellen ebenso wie in den Schließzellen stets ein verzögerter Plasmolyseeintritt beobachten.

     
  2. 2.

    An der Bauchwand bleibt bei Plasmolyse stets ein negativer Plasmolyseort erhalten.

     
  3. 3.

    Die Plasmolyseform ist eine konkave.

     
  4. 4.

    Der osmotische Wert der „halbmondförmigen“ Zellen liegt höher als der der übrigen Epidermiszellen, womit die hohe Plasmolyseresistenz dieser Zellen in Zusammenhang stehen dürfte.

     
  5. 5.

    Die „halbmondförmigen“ Zellen zeigen eine außerordentlich große Permeabilität für Glyzerin und Harnstoff.

     
  6. 6.

    Unter der Einwirkung einer Neutralrotlösung (1∶100000) tritt in den „halbmondförmigen“ Zellen Vakuolenkontraktion ein.

     
  7. 7.

    An den durch Anthocyan rot gefärbten Stellen der Kannen ist der Farbstoff nur in den Epidermiszellen enthalten, während die „halbmondförmigen“ Zellen stets anthocyanfrei befunden wurden.

     
  8. 8.

    Bei der Rückbildung der Spaltöffnungen der Gleitzone der Kannen vonNepenthes ist demnach in den entwicklungsgeschichtlich als Schließzellen aufzufassenden „halbmondförmigen“ Zellen auffallenderweise eine ganze Reihe von protoplasmatisch-physiologischen Eigenschaften der normalen Schließ-zellen erhalten geblieben, ein Beispiel dafür, daß nicht nur die Zellform der Schließzellen phylogenetisch ungemein zähe festgehalten wird (Porsch 1905), sondern in noch stärkerem Grade ihre Protoplasmatik. Es dürfte sich daher bei den Spaltöffnungen der Gleitzone der Kannen vonNepenthes nicht eigentlich um einen physiologischen Punktionswechsel handeln, der ja wohl mit Änderungen protoplasmatischer Eigenschaften verbunden wäre, sondern um einen Funktionsverlust unter Beibehaltung phylogenetisch fixierter protoplasmatischer Eigenschaften.

     

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Copyright information

© Verlag Von Gebrüder Borntraeger 1938

Authors and Affiliations

  • Lotte Reuter
    • 1
  1. 1.Pflanzenphysiologischen Institut der Universität GrazÖsterreich

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