Protoplasma

, Volume 13, Issue 1, pp 666–700 | Cite as

Über die Richtung der Protoplasma-Strömung in benachbarten Elodea-Blatt-Zellen

  • J. Pekarek
  • R. Fürth
Abhandlungen

Zusammenfassung

  1. 1.

    Es wird eine statistische Methode angegeben, um mit Sicherheit anzugeben, ob der Protoplasma-Rotationsrichtung benachbarter Zellen eine Gesetzmäßigkeit zugrunde liegt oder nicht.

     
  2. 2.

    Die Anwendung dieser Methode auf die Strömungsrichtung in benachbarten Zellen vonElodea densa hat mit einer Sicherheit von 600∶1 ergeben, daß ein solcher Effekt im Sinne einer Bevorzugung gleichsinniger Rotation in benachbarten Zellen existiert, dessen Größe zahlenmäßig angegeben wird.

     
  3. 3.

    Der Effekt scheint am stärksten in der Längsrichtung, am kleinsten in der Querrichtung des Blattes ausgeprägt zu sein.

     
  4. 4.

    Die einmal eingeschlagene Rotationsrichtung wird, solange die Pläsmabewegung andauert, beibehalten.

     
  5. 5.

    Wird in einer Zelle die Rotationsbewegung zum Stillstand gebracht, und später durch einen Reiz neuerlich eine Plasmabewegung induziert, so kann die Rotationsrichtung des Plasmas dieser Zelle vor und nach der Ruhepause die gleiche sein, muß es aber nicht.

     
  6. 6.

    Zellen, die vor und nach der Ruhepause entgegengesetzte Strömungsrichtung zeigen, liegen in der Regel an der Grenze zweier Zellgruppen mit entgegengesetzter Strömungsrichtung.

     
  7. 7.

    Die mit Hilfe der statistischen Methode gewonnenen Ergebnisse erlauben keine Entscheidung darüber, welche Ursachen der aufgedeckten Gesetzmäßigkeit zugrunde liegen. Vermutlich sind für sie eine Reihe von Faktoren maßgebend, und es wird wahrscheinlich gemacht, daß unter diesen die direkte Beeinflussung von Zelle zu Zelle eine ausschlaggebende Rolle spielt.

     

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Copyright information

© Verlag Von Gebrüder Borntraeger 1931

Authors and Affiliations

  • J. Pekarek
    • 1
  • R. Fürth
    • 1
  1. 1.Arbeiten der biologisch-physikalischen Arbeitsgemeinschaft in PragTschechoslowakei

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