Vergangenheit und Gegenwart der Stereochemie
Originalaufsätze Und Berichte
- 20 Downloads
Preview
Unable to display preview. Download preview PDF.
Literatur
- 1).A. Zur Vorgeschichte. Pasteur. S. 301. B. Das Werk vonI. H. van't Hoff undI. A. Le Bel. S. 304–312, 331–336. C. Stereochemie in ihren allgemeinen Folgewirkungen. S. 352.Google Scholar
- 1).P. Fitger, Racemisierungserscheinungen usw., Lund, 1924 (Verlag Chemie, Leipzig).Google Scholar
- 2).Gadamer, Journ. prakt. Chem. (II)87, 312. 1913.Google Scholar
- 3).
- 1).Literaturnachweise finden sich z. B. beiK. Fajans, Zeitschr. f. physikal. Chem.73, 25. 1910;W. Pastanogoff, Zeitschr. f. physikal. Chem.112, 448. 1924;Al. McKenzie undN. Walker, Journ. of the Lond. chem. soc.121, 349. 1922;G. Bredig, Zeitschr. f. angew. Chem.36, 456. 1923. S. aByk, Naturwissensch.13, 17. 1925.Google Scholar
- 1).Photosynthese von Zuckern. Durch die Untersuchungen vonMoore undWebster (1914, 1918), insbesondere von E. Ch. C.Baly und Mitarbeitern (Journ. of the Lond. chem. soc.119, 1025. 1921) ist erwiesen worden, daß aus Kohlensäure CO2 und Wasser photokatalytisch, durch Licht von der Wellenlänge λ=350 µµ, in Stufenreaktion Formaldehyd und daraus reduzierenderZucker synthetisiert werden kann. Hiernach hat es fast den Anschein, daß wir dem in der Pflanze sich vollziehenden synthetischen Aufbau von asymmetrischen Molekeln im Modell äußerst nahe gekommen sind. Ist dieses nun eine totale asymmetrische Synthese? Dazu fehlt nochein Beweisglied, nämlich die Bestimmung deroptischen Aktivität dieser synthetischen Zucker. Bis dieser Beweis erbracht ist, müssen wir die Frage nach der„totalen asymmetrischen Synthese“ alsnoch nicht gelöst betrachten. — Unlängst hatBaly mit seinen MitarbeiternHeilbron undStern (Journ. of the Lond. chem. soc.123, 185. 1923), s. auch (121, 1078. 1922), photosynthetisch aus Kohlensäure und Ammoniak (bzw. Ammoniumnitrat), bzw. aus aktivierten Formaldehyd mit Ammoniak, neben Pyridin, Piperidin, Methylamin auch ein typisches Alkaloid erhalten. Dieses erwies sich auf Grund eingehender chemischer und physiologischer Prüfung als Coniin. Die Autoren sagen: „... das photosynthetische Alkaloid und das natürliche Alkaloid (Coniin) sind genau ähnlich (exactly similar) in all ihren Eigenschaften und Reaktionen“ (l. c. 194). Und doch müssen wir auch hier die für uns so wesentliche Angabe als fehlend hervorheben, nämlich: die optische Aktivität. Bekanntlich ist das natürliche Coniin meist rechtsdrehend. —H. A. Spoehr (Journ. of the Lond. chem. soc.45, 1184. 1923) konnte bei Wiederholung der VersucheBalys keine Formaldehydbildung nachweisen. Vgl. dazuBaly (Nature111, 323. 1923.)Google Scholar
- 1).
- 1).Vgl. auch die Betrachtungen vonJ. Lifschütz, Zeitschr. f. physikal. Chem.105, 27. 1923.Google Scholar
- 1).S. A. Sommerfeld, Atombau und Spektrallinien, 1919, S. 135f.Google Scholar
- 2).K. Fajans, Die Naturwissenschaften 1923, S. 172.Google Scholar
- 3).W. T. Astbury, Proc. of the roy. soc. of London (A.)102, 506;104, 219. 1923. — Gegenüber diesen modernsten physikalischen Bestätigungen der stereochemischen Grundanschauungen, die einen Triumph der chemischen Intuition einesPasteur, Le Bel undvan 't Hoff darstellen, beschleicht uns doch ein Gefühl der Bitterkeit, wenn wir uns erinnern, daß man einst, beim Erscheinen dieser Theorien, sie als dreiste „Halluzinationen“ bezeichnete (H. Kolbe 1877). Die Biologie genialer wissenschaftlicher Theorien ist nicht immer eine Ruhmesgeschichte der wissenschaftlichen Unfehlbarkeit der Zeitgenossen dieser Theorien.Google Scholar
Copyright information
© Verlag von Julius Springer 1925