Tenside in der Vulkanisationsbeschleunigung
- 23 Downloads
Zusammenfassung
- 1.
Die Zn-Salze aller homologen Fettsäuren sind — gleich molare Zusätze in Kautschuk vorausgesetzt — von praktisch gleicher Wirkung auf die durch ZnMBT beschleunigte Vulkanisation. Nach einem in jedem Falle linearen Anstieg der Vulkanisationsgeschwindigkeit mit steigendem ZnMBT-Gehalt tritt vorübergehend Konstanz der Geschwindigkeit auf, wenn die Kautschukmischungen 2 Mole ZnMBT je Mol des betreffenden fettsauren Zn-Salzes enthalten. Die Bereiche konstanter Geschwindigkeit nehmen mit der Länge der Kohlenwasserstoff-Reste in den Fettsäuren zu. Die Frage, ob eine Solubilisierung des ZnMBT durch die fettsauren Salze die Ursache dieser charakteristischen Abhängigkeit ist, wird erörtert.
- 2.
Quartäre Ammonium- und Phosphoniumsalze mit langkettigen Alkyl- oder Aralkyl- bzw. voluminösen Aryl-Resten am Zentralatom des Kations sind ausgezeichnete Vulkanisationsbeschleuniger und erzeugen hohe Vernetzungsgrade. Es besteht ein Zusammenhang zwischen den Geschwindigkeitskonstanten sowie den Vernetzungsendwerten und der Summe der Kohlenstoffatome aller am Stickstoff- bzw. Phosphoratom gebundenen organischen Gruppen, nämlich zunächst ein praktisch linearer Anstieg mit der Anzahl der C-Atome und endlich Erreichen von Grenzwerten, wenn die Summe der C-Atome den Betrag von etwa 16 überschreitet.
- 3.
Es wird wahrscheinlich gemacht, daß der Einfluß dieser Kation-Tenside auf die Vulkanisation ebenso wie der der fettsauren Zn-Salze (Anion-Tenside) auf die Bildung übermolekularer Strukturen, wie sie den Assoziationskolloiden eigentümlich sind, zurückzuführen ist. Ein Vergleich der vorgefundenen Verhältnisse mit den bei der Emulsionspolymerisation herrschenden wird angestellt und eine Solubilisierung entscheidender Reaktanten bei der Vulkanisation wahrscheinlich gemacht. Die Frage, welche Reaktanten solubilisiert werden und wie man sich die Aktivierung der Reaktion vorzustellen hat, kann derzeit nicht abschließend beantwortet werden.
Preview
Unable to display preview. Download preview PDF.
Literatur
- 1).Lorenz, O. und E. Echte, Kautschuk u. Gummi 10, (1957) WT 23, WT 81, WT 273; sowie Verhandlungsber. Kolloid-Ges. 18, 142 (1958).Google Scholar
- 2).Scheele, W. und M. Cherubim, Kautschuk u. Gummi 10, (1957) WT 185; sowie Verhandlungsber. Kolloid-Ges. 18, 115 (1958); W. Scheele und W. Redetzky, Kautschuk u. Gummi 12, (1959) WT 205; W. Scheele und M. Cherubim, Kautschuk u. Gummi 13 (1960) WT 49; W. Scheele, Rubber Chem. Techno]. 34, (1961) 1332; W. Scheele, Kautschuk u. Gummi, Kunststoffe 15 (1962) WT 482.Google Scholar
- 3).Scheele, W. und K.-H. Hillmer, Kautschuk u. Gummi, Kunststoffe 16, 655 (1963); sowie Rubber Chem. Technol. 37, 698 (1964).Google Scholar
- 4).Barton, B. C. und E. J. Hart, Rubber Chem. Technol. 26, 510 (1953).Google Scholar
- 5).Vgl. dazu z. B. die Solubilisation von Orange T durch fettsaure Kaliumsalze. In: J, Stauff, Kolloidchemie, S. 568 (Berlin-Göttingen-Heidelberg 1960).Google Scholar
- 6).Scheele, W. und G. Petry, Kautschuk u. Gummi, Kunststoffe 18, 572 (1965).Google Scholar
- 7).Hummel, K. und W. Scheele, Kautschuk u. Gummi, Kunststoffe 17, 706 (1964); W. Scheele, ebenda 18, 138 (1965).Google Scholar
- 8).Vgl. dazu J. Stauff, Kolloidchemie (Berlin-Göttingen-Heidelberg 1960) Kapitel VIII, Assoziations-kolloide, S. 534.Google Scholar
- 9).Petry, G. und W. Scheele, Kautschuk u. Gummi, Kunststoffe 19, 526 (1966).Google Scholar
- 10).Krebs, H., Angew. Chem. 65, 293 (1953); sowie Gummi u. Asbest 8, 68 (1955). Vgl. dazu auch W. Scheele und M. Cherubim, loc. cit. (2) sowie W. Scheele, loc. cit. (2).Google Scholar
- 11).Petry, G. und W. Scheele, Kautschuk u. Gummi, Kunststoffe 20, (1967), im Druck.Google Scholar
- 12).Lorenz, O. und E. Echte, loc. cit. (1); W. Scheele und K.-H. Hillmer, loc. cit. (3); W. Scheele und G. Petry, loc. cit. (6); S. D. Gehman, F. S. Maxey und S. R. Ogilby, Rubber Chem. Technol. 38, 757 (1965); W. Scheele und K.-H. Hillmer (noch unveröffentlicht).Google Scholar
- 13).Vgl. z. B. G. F. D'Alelio, Fundamental Principles of Polymerization (NewYork-London 1952), S. 360ff. H. Fikentscher, H. Gerrens und H. Schuller, Angew. Chem. 72, 856 (1960); B. Vollmert, Grundriß der makromolekularen Chemie, S. 98ff. (Berlin-Göttingen-Heidelberg 1962).Google Scholar
- 14).Vgl. z. B. Versuche von J. H. Baxendale, M. G. Evans und J. K. Kilham, Trans. Faraday Soc. 42, 668 (1946); referiert in: R. Houwink und A. J. Stauerman, Chemie und Technologie der Kunststoffe (Leipzig 1962) Band I, S. 318.CrossRefGoogle Scholar
- 15).Vgl. z. B. W. Scheele, loc. cit. (2), dortselbst weitere Literaturhinweise.Google Scholar
- 16).Nach noch unveröffentlichten Untersuchungen von W. Scheele und T. Kadibelban.Google Scholar