Die Beschreibung der Kettenstruktur von stereoregulären Hochpolymeren und ihre Bestimmung aus der Kern-Spin-Resonanz
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Zusammenfassung
Von den drei Resonanzlinien der α-Methyl-Gruppe in den Kernresonanzspektren des gelösten Polymethylmethacrylates, die bei τ=8,80, τ=8,96 und τ=9,09 erscheinen, ist die Linie bei τ=8,80 der Anzahl derjenigen isotaktischen Polymerisationsschritte proportional, die auf einen isotaktischen Schritt folgen. Das Signal bei τ=9,09 entspricht der Anzahl der syndiotaktischen Verknüpfungen, die auf einen syndiotaktischen Schritt folgen. Der Linie bei τ=8,96 wird die Häufigkeit der isotaktischen und syndiotaktischen Schritte zugeordnet, die auf einen entgegengesetzten Schritt folgen. Damit können aus dem Spektrum die Wahrscheinlichkeiten für die beiden Polymerisationsschritte in Abhängigkeit vom vorhergegangenen Schritt bestimmt werden. Bei vorwiegend isotaktischen Polymerisaten gibt auch das Signal der Methylen-Gruppe die Wahrscheinlichkeiten für die beiden Verknüpfungen selbst.
Bei radikalischer Polymerisation in Masse erfolgen die Schritte unabhängig von der vorhergegangenen Bindung, während bei anionischer Polymerisation die letzte Verknüpfung den folgenden Polymerisationsschritt in der Weise beeinflußt, daß sich sowohl das isotaktische wie das syndiotaktische Wachstum selbst fortsetzen, und längere Sequenzen entstehen.
Mit Hilfe einer allgemein für taktische Polymere gültigen mathematischen Beschreibung wird die wahrscheinliche Kettenstruktur in Abhängigkeit von den Schrittwahrscheinlichkeiten berechnet.
Das Verfahren wird auf ein radikalisches und ein anionisches Präparat angewandt. Es werden die Wahrscheinlichkeiten für die Schritte, die Taxie, die Sequenzlängenverteilungen für die isotaktischen und syndiotaktischen Sequenzen und die mittleren Sequenzlängen bestimmt.
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Schrifttum
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