Zusammenfassung
Die Oberflächenkondensation des Wasser-dampfes wurde bei Zimmertemperatur im luftfreien Raume oder in einem mit Wasserdampf gesättigten Luftstrom untersucht: die beiden Methoden ergaben vollständig identische Resultate. Selbst auf unbenetzbaren Oberflächen fester Körper beginnt die Kondensation schon bei einer Übersättigung, die sicher kleiner als 0,15–0,20 Proz. ist. Beim Wiederholen des Versuchs bilden sich die Tautröpfchen immer an denselben Stellen der Oberfläche (Kondensations-zentren), die wahrscheinlich als gut benetzbare, mikroskopische, durch Oxydation, Verunreinigungen usw. entstandene Oberflächenbereiche anzusehen sind. Bei Metallen beginnt die wieder-holte Kondensation schon oberhalb des Taupunktes. Auf der Oberfläche flüssiger Körper beginnt die Kondensation im allgemeinen bei derselben Größenordnung der Übersättigung wie bei festen Körpern. Bei solchen Flüssigkeiten dagegen, die sich auf der Oberfläche des Wassers unter Bildung einer beträchtlich dicken Ölschicht ausbreiten (verunreinigte Mineralöle), wird die Kondensation sehr stark verzögert und kann praktisch nur bei einer merkbaren Übersättigung (10–20 Proz.) eintreten. Zur Prüfung der Gibbs-Volmer'schen Kondensationstheorie ist die Ober-flächenkondensation des Wassers, wie überhaupt vonStoffen mit einem beträchtlichen Dampfdruck, nicht verwendbar.
Preview
Unable to display preview. Download preview PDF.