Österreichische botanische Zeitschrift

, Volume 113, Issue 1, pp 84–95 | Cite as

Wie sind die Winteraceen-Karpelle tatsächlich gebaut? II. Über das Vorkommen einer ringförmigen Plazenta in den Karpellen vonDrimys, SektionWintera

  • Walter Leinfellner
Abhandlungen

Zusammenfassung

Die Karpelle der SektionWintera vonDrimys — untersucht worden sindDrimys winteri und deren Varietätchilensis sowieD. granatensis undbrasiliensis — zeichnen sich neben ihrer extremen Schlauchform durch eine starke Förderung ihres Rückens aus, wodurch ihr kurzer Ventralspalt, dessen Ränder einen kleinen Schnabel bilden, völlig auf die adaxiale Karpellflanke verschoben und nicht selten kuppenartig vom Karpellrücken überragt wird. Diese eigenartige Karpellform hat eine eigenartige Plazentationsweise zur Folge: der ellipsenförmig geschlossene Karpellrand (genauer: die randnahen Teile der Karpelloberfläche) kann nämlich in seiner ganzen Ausdehnung fertil sein. Vor allem die Karpelle vonDrimys winteri var.chilensis haben ihre beiden lateralen Samenanlagenreihen apikal und basal mit je einer median stehenden Samenanlage abgeschlossen. Der Ventralspalt wird also hier von einer ringoder O-förmigen Plazenta umsäumt. Damit aber erweist sich die U-förmige Plazenta, die vom Verf. bisher als die typologische Grundform aller Angiospermen-Plazenten angesehen worden ist, als eine — freilich ungemein häufige — Sekundärform, die durch die Gliederung der normalen Angiospermen-Karpelle in einen fertilen (Fruchtknoten) und in einen sterilen Abschnitt (Griffel und Narbe) bedingt ist.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1966

Authors and Affiliations

  • Walter Leinfellner
    • 1
  1. 1.Wien

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