Zeitschrift für Physik

, Volume 57, Issue 7–8, pp 501–532 | Cite as

Fließen und. Nachwirkungserscheinungen bei zähen Stoffen

  • W. Braunbek
Article

Zusammenfassung

Es werden Versuche beschrieben, die bei möglichst homogener Beanspruchung (konstanter Schubspannung) das Fließen eines zähen Stoffes (Chatterton Compound; Viskosität bei 140° C etwa 37, bei 30° C etwa 1,4. 1010 CGS-Einheiten) zu messen gestatten. Es ergibt sich dabei, daß zu jeder konstanten Schubspannung nach genügend langer Zeit ein stationärer Endwert der Fließgeschwindigkeit sich einstellt, der nur noch von der Größe der Spannung, und sehr stark von der Temperatur abhängt. Für genügend kleine Spannungen ergibt sich bei allen Temperaturen Proportionalität der stationären Fließgeschwindigkeit mit der Spannung. Der zeitliche Angleichungsvorgang an den stationären Zustand wird, besonders für die plötzliche vollständige Aufhebung der Spannung, nach einer photographischen Registriermethode untersucht. Es zeigt sich, daß der zeitliche Verlauf einen recht komplizierten Charakter hat und ebenfalls sehr stark temperaturabhängig ist. Seine charakteristische Form sowie seine Abhängigkeit von der (vorhergegangenen) Spannung und der Temperatur werden festgestellt. Die Ergebnisse der Versuche werden verglichen mit der Prandtlschen Theorie der Nachwirkung, die erst auf eine der Bedingung konstanter Spannung angepaßte Form gebracht wird, wenigstens für den Grenzfall kleiner Spannungen. Die Theorie vermag alle wesentlichen bei den Versuchen beobachteten Erscheinungen und Abhängigkeiten qualitativ richtig wiederzugeben.

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© Springer-Verlag 1929

Authors and Affiliations

  • W. Braunbek
    • 1
  1. 1.Phys. Inst. d. Techn. HochschuleStuttgart

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