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Zeitschrift für Physik

, Volume 58, Issue 11–12, pp 841–857 | Cite as

Über die Struktur der Lichtquanten

  • Wilhelm Anderson
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Zusammenfassung

Es wird angenommen, daß jedes Lichtquant einen Dipol darstellt, bestehend aus einem positiven und einem negativen „Baustein“. Die Ladungen dieser „Bausteine“ sind genau gleich den Ladungen der gewöhnlichen Protonen und Elektronen, die Massen hingegen ganz verschieden. — Wenn ein elektrisch geladener Körper (z. B. ein Elektron oder ein Proton) ruht, so sind die elektrischen Kraftlinien nach allen Seiten gleichmäßig verteilt. Bewegt sich jedoch ein solcher Körper mit einer Geschwindigkeit, die nahe an die Grenzgeschwindigkeit heranreicht, so werden alle Kraftlinien sich in einer dünnen und zur Bewegungsrichtung senkrechten Schicht zusammendrängen. Da alle Kraftlinien senkrecht zur Bewegungsrichtung verlaufen, so stellt die erwähnte Schicht eine transversale elektrische Welle dar. Vom Standpunkt einer gewissen Betrachtungsweise aus muß uns bei langsamerer Bewegung des Körpers eine Überlichtgeschwindigkeit der erwähnten elektrischen Welle vorgetäuscht werden. Bei einem ruhenden Körper erweist sich diese vorgetäuschte Überlichtgeschwindigkeit sogar als unendlich groß. Es wird die Vermutung ausgesprochen, daß die erwähnten elektrischen Wellen mit den sogenannten „Materiewellen“ identisch sind. — Vereinigt sich ein positiver und ein negativer „Baustein“ zu einem Dipol, so muß die Achse des letzteren bei sehr schneller Bewegung sich senkrecht zur Bewegungsrichtung einstellen. Nach unserer Auffassung werden die beiden „Bausteine“ bei ihrer Vereinigung so deformiert, daß das entstandene Lichtquant sich von einer kurzen zylindrischen „Kraftröhre“ nicht unterscheidet. Diese „Kraftröhre“ stellt offenbar eine transversale und linear polarisierte elektrische Welle dar. Die Energie des elektrischen Feldes der Kraftröhre ist die „Ruheenergie“ des Lichtquants. Die gesamte Energie hv des bewegten Lichtquants ist sehr viel größer als seine „Ruheenergie“. Wird aber die Bewegung des Lichtquants durch ein unbewegliches Hindernis gestoppt, so geht im Moment des Stoßes die kinetische Energie in potentielle über, d. h. die gesamte Energie hv verwandelt sich in elektrische Feldenergie des Lichtquants. Es ist klar, daß nur ein gestopptes Lichtquant eine genügende photoelektrische Wirkung ausüben kann. Bezeichnet man durch F1 die Feldstärke eines gestoppten Lichtquants und durch μ das elektrische Moment des letzteren, so läßt sich die Formel μ= 2hv/F1

ableiten. Diese Formel hat Ähnlichkeit mit einer von F. J. v. Wiśniewski aufgestellten Formel, doch geht in letztere der Faktor 2 nicht ein.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1929

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Anderson
    • 1
  1. 1.Dorpat

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