Advertisement

Zeitschrift für Physik

, Volume 63, Issue 7–8, pp 494–532 | Cite as

Über die Absorption und Lumineszenz von Benzol und Benzolderivaten bei −259°

  • Adam Kronenberger
Article

Zusammenfassung

Die Absorptionsspektren von Benzol, Chlorbenzol und m-Xylol bei der Temperatur des flüssigen Wasserstoffs werden, soweit es möglich war, analysiert und mit den Dampfspektren, zum Teil auch mit den Spektren anderer Aggregat-zustände verglichen. Für einige Stoffe wird eine Untersuchung der Lumineszenz durchgeführt. Die Ergebnisse sind im einzelnen in den folgenden Punkten zusammengefaßt:

1. Benzol und Cl-Benzol besitzen im kristallinen Zustand bei — 259° strukturreiche, aus Gruppen schmaler, zum Teil linienartig scharfer Banden bestehende Absorptionsspektren. Die Bandenspektren der kristallinen Substanzen werden analysiert und mit denen der dampfförmigen verglichen. Es zeigt sich, daß die Kernschwingungsfrequenzen in beiden Zuständen im wesentlichen gleich sind. Unterschiede treten hauptsächlich in der Intensitätsverteilung der Spektren hervor. Die Frequenzbeträge, um welche sich die Intensitätsmaxima beim Übergang von „fest“ zu „dampfförmig“ verlagern, stimmen mit Ramanfrequenzen bzw. Differenzfrequenzen überein. 2. Die mit ultravioletter kontinuierlicher Strahlung und mit Hg-Licht erregten Fluoreszenzspektren von Benzol bei — 180° sind durchaus gleich. Bei — 259° erscheint das Spektrum weniger vollständig und zeigt in der Hauptsache nur die Emissionsmaxima. 3. An den unterkühlungsfähigen Xylolen werden charakteristische Unterschiede zwischen „amorphem“ und „kristallinem“ Zustand festgestellt: a) Die Helligkeit des Phosphoreszenzlichtes ist bei den amorphen Substanzen sehr schwach und nimmt mit wachsender Kristallbildung zu. b) Die diffusen und breiten Banden der amorphen Xylole spalten sich in schmalere Einzelbanden auf, wenn die Substanzen auskristallisieren. Dabei ändert sich auch die Intensitätsverteilung im gesamten Spektrum. 4. Für m-Xylol sind die Absorptionsspektren des dampfförmigen, kristallinen und amorphen Zustandes zum Vergleich zusammengestellt. Die Intensitätsverteilung im Spektrum der amorphen Substanz ist der im Dampfspektrum ähnlich. Die Übereinstimmung der Spektren aller drei Phasen in den charakteristischen Bandengruppen ihrer langwelligen Köpfe zeigt, daß die Spektren nicht in ihrer spektralen Lage gegeneinander verschoben sind. 5. Bei allen untersuchten Substanzen schließt sich am kurzwelligen Ende der Bandenspektren eine kontinuierliche Absorption an. Der Einsatz ist für den kristallinen Zustand etwas schärfer als für den amorphen und liegt etwas weiter nach kurzen Wellen. In dem Gebiet der „Prädissoziation“ sind nur wenige schwache Banden zu beobachten. Ihr Aussehen hat sich aber im Vergleich zu dem der langwelligen Banden nicht merklich geändert. 6. Die auf. — 259° abgekühlten und zur Phosphoreszenz erregten Xylole zeigen bei plötzlicher Temperaturerhöhung ein hellblaues Aufleuchten. Das Bandenspektrum des Aufleuchtens stimmt mit dem der Phosphoreszenz überein. Die Phosphoreszenzspektren der Xylole sind vom Typus der „Vorspektren“, die nach Goldstein durch eine minimale Beimengung von Benzaldehyd verstärkt werden. Es besteht auch eine weitgehende Ähnlichkeit zwischen dem strukturreichen Bandenspektrum des p-Xylols bei — 180° und dem Teslalumineszenzspektrum von dampfförmigem Benzaldehyd. An Lösungen von Benzaldehyd in den Xylolen wird festgestellt, daß sich die Spektren des Benzaldehyds und der Lösungsmittel einfach überlagern.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag 1930

Authors and Affiliations

  • Adam Kronenberger
    • 1
  1. 1.Berlin

Personalised recommendations