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Zeitschrift für Physik

, Volume 158, Issue 4, pp 417–421 | Cite as

Messungen ohne Störung des Meßobjekts

  • M. Renninger
Article

Zusammenfassung

Es wird mit Hilfe von Gedankenexperimenten gezeigt, daß es entgegen verbreiteter Auffassung sehr wohl Meßvorgänge gibt, die keinerlei Rückwirkung auf das Meßobjekt ausüben. Diese „negativen“ Messungen bestehen in experimenteller Feststellung des Ausbleibens von mit bestimmter Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Ereignissen, Feststellungen, die — Kennzeichen „echter“ Messungen — neue Prognosen über das Meßobjekt vermitteln, somit „Reduktion der Wellenfunktion“ ganz ebenso verursachen wie die normalen, „positiven“, das Meßobjekt störenden Beobachtungen. Daraus folgt zwingend, daß die vielfach übliche anschauliche Begründung der Unbestimmtheits-Relation mit angeblich prinzipiell unvermeidlicher Rückwirkung jedes Meßvorgangs auf das Meßobjekt unzulässig ist, daß sie vielmehr ihre wirklich tragende Begründung in der Einwirkung hat, die alle Materie der näheren und ferneren Umgebung eines Teilchens ununterbrochen auf dieses ausübt, unabhängig davon, ob sie einer Meßapparatur angehört oder nicht.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1960

Authors and Affiliations

  • M. Renninger
    • 1
  1. 1.Kristallographischen Institut der Universität Marburg/LahnDeutschland

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