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Chromosoma

, Volume 8, Issue 1, pp 18–29 | Cite as

Die geographische Verbreitung der Chromosomalen Strukturtypen von Liriomyza Urophorina Mik.

  • F. Mainx
  • Y. Fiala
  • E. v. Kogerer
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Durch die cytologische Untersuchung der inLilium martagon parasitierenden Larven der AgromyzideLiriomyza urophorina von 40 verschiedenen Standorten in Österreich und Deutschland wurde die Verbreitung der in 4 verschiedenen Chromosomen vorkommenden Inversionstypen festgestellt.

     
  2. 2.

    Die 4 Inversionstypen haben wohl abgegrenzte Verbreitungsgebiete, die einander zum Teil überschneiden. Es besteht kein Zusammenhang zwischen dem Vorkommen der Inversionstypen und ökologischen Eigentümlichkeiten des Standortes. In den zentralen Bereichen der Verbreitungsgebiete erreicht die Häufigkeit von 3 Inversionstypen je eine Heterozygotenfrequenz von 50%, die des 4. eine von 33%, gegen die Grenzen der Verbreitungsgebiete fällt die Heterozygotenfrequenz allmählich ab. Außerhalb der Verbreitungsgebiete der Inversionstypen ist stets nur die Standardanordnung der Chromosomen vorhanden. Die Inversionsdichte beträgt meist 0,5–0,6 Inversionen, stellenweise bis zu 1,4 Inversionen je Larve. Nur ein Standort war ganz frei von Inversionen. Es besteht keine Korrelation zwischen den verschiedenen Inversionstypen. In den Larven steht der heterozygote Zustand mit den beiden homozygoten Zuständen im Gleichgewicht nach Hardy-Weinberg.

     
  3. 3.

    Es ist anzunehmen, daß jeder der 4 Inversionstypen an einem Punkt erstmalig entstanden ist und sich durch eine Heterosiswirkung seines heterozygoten Zustandes durch die Population ausgebreitet hat, wobei die Struktur der Bestände vonLilium martagon die Abweichungen von einer rein radiären Ausbreitung bedingt hat.

     
  4. 4.

    Verschiedene Argumente sprechen dafür, daß der chromosomale Polymorphismus vonLiriomyza urophorina phylogenetisch nicht älter als 10000 Generationen ist, wahrscheinlich aber jünger. Er stellt einen besonders ursprünglichen Typus unter den bisher bekanntgewordenen Fällen von strukturellem Polymorphismus dar.

     

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Literatur

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  4. - Der chromosomale Strukturpolymorphismus natürlicher Populationen als Problem der Genetik und der Evolution. Istituto Gregorio Mendel, Roma, Mendel-Festschrift1955 (im Druck).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1956

Authors and Affiliations

  • F. Mainx
    • 1
  • Y. Fiala
    • 1
  • E. v. Kogerer
    • 1
  1. 1.Institut für Allgemeine Biologie der Universität WienDeutschland

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