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Über das argyrophile Neurinom

  • Otto Haferkamp
Article

Zusammenfassung

Dasargyrophile Neurinom stellt eine besondere Erscheinungsform des Neurinoms dar die bei der Färbung der täglichen histologischen Praxis (Hämatoxylin-Eosin, van Gieson) einen Aufbau aus gewellt verlaufenden und unterschiedlich ödematös aufgelockerten Bindegewebsfasern, also ein weitgehend fibromähnliches Gesicht zeigt. Dabei finden sich in den Bindegewebsfasern neben den kleinen runden und großen ovalen, den gewucherten endoneuralen Bindegewebszellen zugehörigen Kernen solche, die eine schmalspindelige Form besitzen und den Kernen nervöser Plasmastränge entsprechen, was freilich erst die Silberimprägnation nachBielschowsky-Gros undBielschowsky-Gros-Feyrter klar erkennen läßt. Erst bei Anwendung dieser Färbung ist evident, daß es sich um einen neurogenen Tumor handelt; sie bringt ein extrem dichtes Maschenwerk stark argyrophiler (geschwärzter), neurofibrillenfreier nervöser Plasmastränge (argyrophile Neurinomfasern) mit spindeligen Kernen zur Darstellung; die Plasmastränge zeigen wechselnd häufig plumpspindelige Auftreibungen mit polymorphen großen Kernen oder Kernhaufen.

Das argyrophile Neurinom kann als einheitliche Geschwulsttype begegnen; häufiger sind wohl nichtargyrophile (Verocaysche) Neurinome, die das wohlgekennzeichnete Erscheinungsbild des argyrophilen Neurinoms nur gebietsweise auf weisen.

Die Ursache der besonderen Argyrophilie der fadenförmigen neuralen Plasmastränge in diesen Neurinofibromen (argyrophile Neurinome) ist ungeklärt. Vielleicht hängt sie mit einem Ödem und späterer Fibröse des Endoneuriums zusammen.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1958

Authors and Affiliations

  • Otto Haferkamp
    • 1
    • 2
  1. 1.Pathologischen Institut der Universität GöttingenDeutschland
  2. 2.Pathologischen Institut der Universität BonnDeutschland

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