Untersuchungen zur Struktur und Genese des Tuberkels als Beitrag zur tuberkulösen Entzündung
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Zusammenfassung
- 1.
Der konstante Nachweis eines argyrophilen Fasernetzes im zelligen Tuberkel läßt den syncytial-fibrillären Charakter dieses spezifischen Granulationsgewebes erkennen.
- 2.
Dabei sind neben den Epitheloidzellen auch die Riesenzellen als Faserbildungszellen aufzufassen.
- 3.
Die retikuläre Genese der Tuberkelzellen schließt ihre Ableitung aus ausdifferenzierten Bindegewebszellen und gewöhnlichen Endothelien aus.
- 4.
Die primär syncytiale Entstehung der Riesenzellen kann auf eine mit zunehmender Herdsanierung zurückgehende Aktivierung prospektiver Potenzen des polyblastischen Mesenchyms zurückgeführt werden, so daß es nicht mehr zur Ausbildung von epitheloiden Einzelzellen kommt und die frustrane Zellbildung sich in vielkernigen Symplasmen erschöpft.
- 5.
Da die pluripotenten Indifferenzzonen außerhalb der eigentlichen retikulären Gewebe perivasculär liegen, kann auch das tuberkulöse Granulationsgewebe nicht grundsätzlich gefäßfrei sein; doch ermöglichen die größeren Saftlücken retikulären Gewebes eine bessere Diffusion der Nährstoffe.
- 6.
In den verkäsenden Herden lassen sich auch bei der Silberimprägnation nur Reste ortsständiger Gewebsstrukturen feststellen, während der zellige Tuberkel ein eigenes argyrophiles Retikulum entwickelt, das sich durch seine Feinmaschigkeit auch gegen das Faserstroma anderer organeigener retikulärer Gewebe abgrenzen läßt. Damit konnte bei Berücksichtigung des Verhaltens der Gitterfasern des Tuberkels die Phasenabfolge der tuberkulösen Entzündung im Sinne vonHuebschmann belegt werden, ohne daß es notwendig gewesen wäre ein zuweilen nicht faßbares Exsudat oder das Verhalten der nicht ubiquitären elastischen Fasern hierbei berücksichtigen zu müssen.
- 7.
Im Tuberkel wird erkennbar, daß die produktive Phase einer unter allergischen Bedingungen ablaufenden Entzündung von den Zellen des RS bestritten wird.
- 8.
Die Frage nach der möglichen Spezifität dieser Reaktion bleibt Gegenstand weiterer Untersuchungen.
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